Rohrbach: Sie feiern wie die Wilden
Foto: Anna Ermert
Rohrbach

Die Gäste interessierten sich für das Rohrbacher Feuerwehrhaus, denn die Burgenländer möchten schon seit über zehn Jahren auch eines bauen. Aber wie die dortige Zweite Bürgermeisterin Waltraud Gartner am Rande des Besuchs in der Holledau meinte: "Das dauert sicher noch einige Jahre." Kann gut sein. Denn auch hier in Rohrbach ging es gelinde gesagt nicht gerade von heute auf morgen, ehe das Feuerwehrhaus an der Burgstaller Straße eingeweiht werden konnte. Um den Gästen etwas den Mund wässrig zu machen, teilte ihnen Keck noch einige Details zum Feuerwehrhaus mit. Ob die Zahlen nicht eher abschreckend waren, muss sich zeigen. Vor allem vor dem Hintergrund, welch komplexes Werk mit Hindernissen der Neubau in Rohrbach war.

Keck freute sich mit Günter Plank praktisch den Oberorganisator der ganzen Partnerschaft begrüßen zu können, der auch von Anfang an mit dabei war, die symbolische Brücke zwischen den beiden Rohrbachs zu bauen. "Und diese soll auch weiter genutzt werden, von den beiden Gemeinden und den jeweiligen Vereinen", wünschte sich Keck von den Burgenländern.

Feuerwehrkommandant Sascha Welnhofer begrüßte ebenfalls die Gäste und blickte zurück auf die Besuche im Burgenland. "Es war immer sehr nett, wir wurden sehr freundlich empfangen - und ich wünsche euch sehr, dass ihr endlich auch ein neues Feuerwehrhaus bekommt."

Plank, Gartner und Oberschützenmeister Rudi Zax bekamen jeweils ein Rohrbacher Krügerl von Bürgermeister Keck überreicht - und er und Sascha Welnhofer durften sich über eine Riesenflasche Burgenländer Wein als Gastgeschenk freuen.

Die Feuerwehr hatte sich bereiterklärt, die Gäste durchs Gerätehaus zu führen. In zwei Gruppen ging das vonstatten. Es war der letzte Punkt an diesem Wochenende - gleich nach dem offiziellen Empfang im Rathaussaal. Angereist waren die Burgenländer aber bereits am Freitag. Oberschützenmeister Zax hatte sich bei der hiesigen Schützenmeisterin Sigrid Kersten angemeldet. Die Beiden sprachen den Termin ab und stellten das straffe Programm zusammen, denn die Burgenländer wollten unbedingt ins Altmühltal fahren und auf der Riedenburger Rosenburg die Greifvogelschau besuchen.

Bei der Ankunft wurden sie von den Rohrbacher Schloßschützen ins Vereinsheim geladen. "Es war ein griabiger und sehr netter Abend. Wir haben uns sehr gut unterhalten und alte Freundschaften wieder aufgefrischt", erzählt Sigrid Kersten im Nachhinein.

Den Samstagvormittag verbrachten die Gäste dann in Riedenburg, aber schon um 15 Uhr trafen sie auf Wunsch von Günter Plank die Stockschützen in Gambach, wo sie von einem Quetschenspieler empfangen wurden. Anton Hartung, Vorsitzender des Stockclubs, freute sich alte Bekannte wieder zu sehen, denn er war schon einmal mit dem Rad zusammen mit Altbürgermeister Dieter Huber und noch ein paar Freunden ins Burgenland geradelt. Die Männer probierten das Stockschießen und hatten eine Riesengaudi, die Frauen hielten sich da schon lieber an Kaffee und Kuchen.

Und am Abend ging es aufs "Oktoberfest" nach Pfaffenhofen, wo der Mitorganisator dieser Gemeindepartnerschaft, Hans Peter, gleich sechs Tische reserviert hatte. Peter hat viele Freunde gefunden im Burgenland und war bis jetzt bei jedem Treffen dabei. "Die Burgenländer sind lustige Leut' und hatten viel Spaß auf dem Volksfest. Sie schunkelten, prosteten und feierten wie die Wilden", erzählte er hinterher.

Nach dem Empfang und der Besichtigung der Feuerwehr ging es zum gemeinsamen Essen in den Alten Wirt - dann hieß es wieder Abschiednehmen bis zum nächsten Treffen.