Nachdem der Rohrbacher Gemeinderat in der Sitzung am 19. September bereits die schlechte Nachricht erhalten hatte, dass bei den Probebohrungen der zwei neuen Brunnen die erzielten Fördermengen weit hinter den Erwartungen zurückblieben, war absehbar, dass ein dritter Brunnen gebaut werden muss. In der Sitzung am Dienstag stimmte der Rat einstimmig dem Bau dieses Brunnens zu. Die Firma JoanniKling erhielt den Auftrag für den Bau des dritten Brunnens im Rahmen des bestehenden Vertrags. Die Kosten werden bei rund 240 000 Euro liegen - und die Ausführung kann Anfang 2018 in Angriff genommen werden.

Ausführliche Informationen über die Bohrungs- und Laborergebnisse gab zudem der Geologe Ulrich Kwasnitschka vom Ingenieurbüro Ingeo. Sein Fazit: Die Waaler Gruppe braucht weiterhin die genehmigte jährliche Fördermenge von 155 000 Kubikmeter Wasser aus den Waaler Brunnen. Die zwei neuen Brunnen bei Fürholzen ergeben bei einer täglich zwölfstündigen Pumpleistung (20 Liter pro Sekunde) im Jahr 315 000 Kubikmeter Wasser, was insgesamt zu einer realisierbaren jährlichen Fördermenge von 470 000 Kubikmetern führt. Vergangenes Jahr lag der Wasserverbrauch der angeschlossenen Haushalte in den Gemeinden Rohrbach und Reichertshofen bei rund 450 000 Kubikmeter. Der künftige Mehrbedarf wird mit 110 000 Kubikmeter veranschlagt, sodass zumindest 90 000 Kubikmeter durch den dritten Brunnen abgedeckt werden müssten. Dann hat Rohrbach eine autarke Wasserversorgung und muss keine Zukäufe von der Ilmtalgruppe mehr tätigen.

Die gute Nachricht war, dass keine Wasseraufbereitungsanlage nötig ist. Bei zwei Probeentnahmen war der Nitratgehalt in den beiden Brunnen bei 2,4 beziehungsweise 1,2 Milligramm pro Liter. Es fand sich kein gelöstes Eisen im Wasser, auch keine Pestizide. Bei den Waaler Brunnen liegt der Nitratgehalt bei 28 Milligramm pro Liter. Die Höchstgrenze liegt bei 50. "Die gefundenen Wässer in den zwei neuen Brunnen sind von sehr guter Qualität und mit dem Wasser aus den alten Brunnen in Waal mischbar", so der Geologe.

Kwasnitschka bezeichnete die Waaler Brunnen als wertvoll, aber auch als problematisch wegen des umliegenden Wasserschutzgebietes. Die Pumpleistung dürfe daher nicht über der genehmigten Fördermenge liegen, damit das Schutzgebiet erhalten bleiben könne. Kwasnitschkas Empfehlung: "Der dritte Brunnen bei Fürholzen sollte zeitig gemacht werden - und nicht erst später."

Werner Eidelsburger, der am Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt für den Landkreis Pfaffenhofen zuständig ist, sprach sich ebenfalls für den sofortigen Bau des dritten Brunnens aus, wenn die Waaler Gruppe von der Ilmtalgruppe unabhängig werden wolle. "Die letzte Sicherheit hat man natürlich erst, wenn die Pumpversuche gemacht sind. Doch wenn es funktioniert, ist es grundsätzlich sinnvoll, die Brunnen in Waal als zweites Standbein aufrechtzuerhalten", führte Eidelsburger an. Ein Vorteil sei es, dass die Wässer mischbar sind. Wäre das nicht der Fall, würden die Rohre angegriffen.

Im Anschluss an diese Ausführungen kamen noch einige Fragen aus dem Gemeinderat. Anton Moosmayr von der Bürgergemeinschaft (BGR) fragte, ob eine Erkundungsbohrung sinnvoll sei, worauf Kwasnitschka ihm zwar zustimmte. "Aber man wird wahrscheinlich das Gleiche finden. Und aus der Erkundungsbohrung kann man die Ergiebigkeit auch nicht mit Genauigkeit voraussagen." Alfred Eisenmann (BGR) wollte wissen, ob sich die Ergiebigkeit nach einer längeren Betriebszeit der Brunnen erhöhen könnte. Das wäre laut Kwasnitschka eventuell möglich.

"Da man sich den Zukauf von der Ilmtalgruppe spart, muss man auf längere Sicht den dritten Brunnen bauen", meinte Hermann Rottmair (CSU). Und Bürgermeister Peter Keck (SPD) wies darauf hin, dass man nicht damit rechnen sollte, dass immer von der Ilmtalgruppe zugekauft werden könne. Hans Vachal (BGR) fragte nach, wie lange die Waaler Brunnen noch genutzt werden können. "Je weniger sie belastet werden, umso länger ist die Haltbarkeit. Aber die Waaler Brunnen sind generell gut", informierte Kwasnitschka hierzu.

Eidelsberger machte noch darauf aufmerksam, dass die Entnahmemengen an das Wasserschutzgebiet angepasst werden müssten, worauf Kwasnitschka erwiderte: "Man muss aus Fürholzen alles rausholen, was geht. Schon allein wegen der geringen Nitratbelastung."

Bürgermeister Keck fasste noch die bisher aufgelaufenen Kosten zusammen: 562 000 Euro sind bis jetzt für die beiden Brunnenbohrungen angefallen. Der dritte Brunnen wird etwa 240 000 Euro kosten. Nach all den Gesprächen gab es nicht mehr viel zu überlegen für die Gemeinderäte: Sie sahen den dritten Brunnen als notwendig an, womit der einstimmige Beschluss zustande kam.