Im Landkreis Pfaffenhofen hat sich die Quote der Jugendlichen ohne Schulabschluss von 3,33 Prozent im Jahr 2014 auf 4,55 Prozent im Jahr 2015 erhöht. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil ausländischer Schüler um etwa ein Prozent erhöht. "Diese Entwicklung ist zu beachten", sagt der Pfaffenhofener Caritas-Geschäftsführer Norbert Saam. "Wir wünschen uns, dass die Unterstützung von jungen Menschen und ihren Familien deutlicher in den Fokus gerückt wird." Das Bündnis für Familien und die Zertifizierung des Landkreises Pfaffenhofen zur Bildungsregion zeige das Engagement der Entscheidungsträger.

In Bayern insgesamt bleibt jeder 20. Jugendliche ohne Abschluss, zeigt die Studie. Doch auch in Bayern stieg laut Studie die Quote wieder von 4,4 Prozent im Jahr 2014 auf 4,6 Prozent im Jahr 2015 an. Bundesweit stieg die Quote auf 5,9 Prozent und liegt damit über dem Niveau von 2014 mit 5,7 Prozent.

"Es ist dringend erforderlich, dass wir benachteiligte Schülerinnen und Schüler frühzeitig fördern", sagt Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger. "Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und weniger Aussicht auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen", so Lindenberger. Im Vergleich der Bundesländer liegt Bayern hinter Hessen (4,2 Prozent) auf dem zweiten Platz, Oberbayern alleine genommen mit einer Quote der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss von 3,7 Prozent weit vorne. Bayern konnte die Quote von 5,8 Prozent im Jahr 2009 auf 4,4 Prozent im Jahr 2014 senken, 2015 stieg die Quote allerdings wieder leicht an. Mecklenburg-Vorpommern hat jedoch im gleichen Zeitraum die Quote von 15,8 Prozent im Jahr 2009 auf 8,0 Prozent im Jahr 2015 fast halbiert.

Gemeinsame Anstrengungen von Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft können dazu führen, dass mehr Jugendliche einen Abschluss schaffen", erklärt Lindenberger. Jedes Kind ohne Bildungsabschluss sei eines zu viel.