Pfaffenhofen: Griff nach den Radsport-Sternen
Die Radprofis durchqueren bei der Bayern-Rundfahrt gerne mal den Landkreis Pfaffenhofen, hier vergangenes Jahr am Berg zwischen Schmiedhausen und Schweitenkirchen. Für nächstes Jahr will sich die Stadt Pfaffenhofen die Eröffnung des Etappenrennens sichern – und sich das auch einiges kosten lassen - Foto: McGinley
Pfaffenhofen
Die Organisatoren der Bayern-Rundfahrt 2013 haben angeboten, dass die Teampräsentation mit Rahmenprogramm sowie der Start der ersten Etappe am Folgetag in Pfaffenhofen stattfinden könnte – und der Stadtrat hat gleich zugeschlagen. Dass das Profi-Radrennen nächstes Jahr am 21. und 22. Mai in Pfaffenhofen eröffnet wird, ist mit dem Stadtratsbeschluss sehr wahrscheinlich, in Stein gemeißelt ist aber noch nichts. „Pfaffenhofen hat gute Chancen, der Startort zu werden“, sagt der stellvertretende Rundfahrtleiter Tilman Rieger lediglich. Etwa 18 Teams zu je sieben Fahrern sollen dabei sein. Viele Profis nutzen das Rennen als Vorbereitung auf die Tour de France.

Eigentlich wollte die Stadt auch den Landkreis Pfaffenhofen mit ins Boot holen und sich mit diesem die Kosten teilen – schließlich geht es um Tourismus. Landrat Martin Wolf (CSU) stehe dem zwar aufschlussreich gegenüber, „welchen Anteil der Kosten der Landkreis übernehmen wird, steht aber in den Sternen“, sagte der amtierende Bürgermeister Albert Gürtner (FW). Die Gefahr, auf dem Löwenanteil der auf 27 500 Euro geschätzten Ausgaben sitzen zu bleiben, schreckte die Stadträte nicht ab. Als Gastgeber muss Pfaffenhofen etwa 380 Übernachtungen mit Frühstück bezahlen, ein Rennbüro stellen, Sperrungen und Verkehrsregelung übernehmen, ein Abendessen bereithalten und nicht zuletzt das mit 15 000 Euro veranschlagte Rahmenprogramm stemmen. Insgesamt fallen damit voraussichtlich Ausgaben in Höhe von 35 000 Euro an. Hinzukommen Bauhofleistungen, die mit etwa 5000 Euro angesetzt wurden – und weil der Bauhof 2013 in die Stadtwerke ausgelagert wird, werden die Kosten auch tatsächlich vom Kommunalunternehmen in Rechnung gestellt. Dem gegenüber stehen voraussichtliche Einnahmen in Höhe von 12 500 Euro durch Sponsoring und die Vergabe der Gastronomie.

Trotz der Kosten und einer fehlenden Zusage des Landkreises, ob und in welcher Höhe er sich an der Veranstaltung beteiligen will, waren die Stadträte begeistert von der Aussicht auf die Gastgeberrolle: „So ein Angebot bekommt man nur einmal“, sagte etwa Grünen-Stadtrat Roland Dörfler, der den Reigen begeisterter Wortmeldungen eröffnete. „Eine einmalige Chance, den Namen Pfaffenhofen nach außen zu tragen“, urteilte CSU-Fraktionssprecher Thomas Röder. Er habe allerdings „Bauchschmerzen wegen der Höhe der Ausgaben – aber das sollte es uns wert sein“. FW-Sprecher Helmut Stadler hofft schon auf „Besucherscharen“, Peter Feßl (SPD) betonte, Pfaffenhofen könne von so einem Ereignis auch wirtschaftlich langfristig profitieren und Franz Niedermayr (FDP) schlug gleich einen eigenen Etat für solche nichtkulturellen Veranstaltungen vor.

Bedenkenträger meldete sich nur einer zu Wort: Steffen Kopetzky (SPD) warf ein, auch im Hinblick auf die Organisation seines Lutz-Jubiläumsjahrs, dass so eine Rundfahrt auch von der Verwaltung organisiert werden müsste. „Es muss allen klar sein, dass das nicht nebenbei erledigt werden kann“, mahnte der Pfaffenhofener Kulturreferent.