Gut gesichert in luftige Höhe: Die Jugendgruppe der Geisenfelder Wehr beim Üben.
Gut gesichert in luftige Höhe: Die Jugendgruppe der Geisenfelder Wehr beim Üben.
Foto: Zurek
Geisenfeld
19 Jugendliche lassen sich hier ausbilden - und über die Hälfte von ihnen sind Mädels.

"Das verdanken wir unter anderem dem Jugendwerbetag, zu dem die Stadt Geisenfeld im vergangenen Jahr alle Jugendlichen ab zwölf Jahren eingeladen hat", verrät der Jugendwart der Geisenfelder Wehr, Andreas Konrad, sein Erfolgsrezept - und rühmt die hohe Übungsdisziplin und die guten Leistungen der junge Leute.

Wer die jungen Leute immer freitags kurz vor 19 Uhr besucht, der hört den Jugendwart, wie er sie gerade lauthals zum Appell in die Fahrzeughalle ruft. Gleich nebenan informiert Kommandant Johann Rottler die aktive Truppe über anstehende Aufgaben. So kriegen auch die ehrenamtlichen "Azubis" mit, was sie zukünftig erwartet. Bevor es richtig losgeht, heißt es für die Jugend jedoch ab in die Umkleide. Denn der Schutzanzug vom Stiefel bis zum Helm ist selbst bei Übungen eine absolute Pflicht, um die keiner herumkommt.

"Steckleitern, Sichern und Personenrettung" steht auf dem Stundenplan. Die Theorie ist abgehakt, jetzt ist die Praxis dran. Vier Freiwillige helfen, die Leiterteile fachgerecht vom Fahrzeug zu hieven. Aber wie fügt man die metallenen Dinger richtig zusammen. Und wie misst man den optimalen Anstellwinkel der Leiter eigentlich. Auf jede Frage gehen schnell Finger in die Höhe. Auch auf jene, wer sich denn zuerst - mit Seil und Spezialknoten bestens gesichert - rauftraut. "Aber spielt mir nicht den Helden", mahnt Josef Lehner aus luftiger Höhe. Während die Brandretter in spé nach und nach emporkraxeln, gibt es noch allerlei Hinweise von Konrad und seinem Kollegen Christian Sirl. Und natürlich auch viel Gelächter unter den jungen Kameraden. Sie macht halt Spaß, die ganze Geschichte. Ernst wird es erst, als es bei der simulierten Bergung aus luftiger Höhe abwärts geht. Da ist nämlich Konzentration angesagt. Unter Applaus landen Opfer und Retter wohlbehalten im Hof. Nach einer Stunde voller Aktion ist nun das eher langweilige Aufräumen angesagt. Erst dann ist Feierabend für die Zwölf- bis 15-Jährigen.

Niklas, der Dienstälteste der Jugendgruppe, ist vor anderthalb Jahren auf der Suche nach einem gescheiten Hobby bei der Feuerwehr gelandet. Ein Namensvetter wurde von einem Kumpel angeworben. Anna-Leonie kommt aus Rohrbach extra zu den Übungen nach Geisenfeld - schließlich ist Lehner ihr Opa. Andere, die sich zum Chillen, Billardspielen oder Kickern noch im neuen Jugendraum treffen, waren nach dem Werbetag geblieben. Denn, so sagt nicht nur Nina, man lernt viel. "Und es gibt ein tolles Miteinander, aber keinen Zickenkrieg. " Das sei eben Kameradschaft, sagt Lehner, der wie Konrad und die übrigen Jugendwarte Tanja Weber und Nathalie Langer beim geringsten Anzeichen von Spannungen gegensteuert. "Damit die junge Truppe auch bald eine Einheit wird. " .