Gambach: Dorfgemeinschaft in Gefahr
Nur für die Wehr oder für alle? Die Zukunft des Rohrer Feuerwehrhauses hängt auch von den Gemeindefinanzen ab. - Foto: A. Ermert
Gambach

An ihm entfachte sich eine heiße Debatte, da die Probleme der Ortsteile im Vordergrund standen.

"Wir brauchen kein Vereinsheim, sondern einen Gemeinschaftsraum und einen überdachten Vorplatz am Feuerwehrhaus. Das ist für das Dorfleben in Rohr elementar wichtig, nur so kann das Dorfleben aufrechterhalten werden", forderte Stefan Maier. "Die alleinige Nutzung durch die Feuerwehr wäre eine Katastrophe für die Dorfgemeinschaft". Dann nämlich würde es keine Veranstaltungen mehr wie das Maibaumaufstellen, Familienfeste des Gartenbauvereins, das Dorffest oder die Waldweihnacht geben. Es sei ihm klar, dass eine Lösung nicht einfach sei. "Doch für die Ortsteile braucht es ein Umdenken."

Maier stellte daher einen Antrag: "Minimum ist, dass der jetzige Zustand erhalten bleibt. Oder bei Neuplanung muss ein Gemeinschaftsraum und Vorbau berücksichtigt werden", sagte er. Er will eine Bürgerinitiative gründen zur Unterstützung der Forderung der Dorfgemeinschaft Rohr und Rinnberg. Denn man müsse wissen, was für die Mehrheit der Bevölkerung sinnvoll sei und was man zwingend brauche. Maier befürchtet, dass nur noch die Belange der Feuerwehr berücksichtigen werden. "Dann bleibt das Dorfleben auf der Strecke." Zudem sprach Maier auch noch die Parkplatzproblematik rund ums Feuerwehrhaus an.

Bürgermeister Keck beschwichtigte. Er werde alles versuchen, es gebe einen groben Plan und dann werde auch die Bevölkerung mit ins Boot geholt, entgegnete er. Dritter Bürgermeister Hans Vachal (Bürgergemeinschaft) wies darauf hin, dass man sich mit der finanziellen Entwicklung der Gemeinde auseinandersetzen und miteinander eine Lösung finden müsse, was in einem vernünftigen Rahmen zu realisieren sei.

Der Vorsitzende des SC Gambach, Anton Hartung, nannte es eine traurige Geschichte, dass einem Zuschussantrag des Vereins nicht entsprochen wurde: "Man spricht hier nur von 600 bis 700 Euro", entgegnete Bürgermeister Keck, der jedoch darauf verwies, hier keinen Präzedenzfall schaffen zu wollen.

Von Ewald Maier kam der Anstoß, den Radweg von Rohrbach nach Waal gleich weiter bis nach Rohr zu bauen. Keck meinte dazu nur: "Wir haben noch nicht mal die Grundstücke bis nach Waal."

Auch die Stationierung des vierten Rettungswagens in Rohrbach wurde angesprochen. Ewald Maier hätte sich von der Gemeinde eine andere Entscheidung erwartet, als den Wagen aus dem Feuerwehrhaus zu verbannen. "Er wäre nicht hier, wenn ich mich nicht so eingesetzt hätte", sagte Keck. Die Rückzahlung von 80 000 Euro Fördergeldern wollte Rohrbach nicht in Kauf nehmen. Zwischenzeitlich haben sich die Johanniter als Betreiber um einen privaten Stellplatz im Edenthalweg gekümmert. "Wichtig ist nur, dass der vierte Rettungswagen da ist", so Keck. Und zur Frage nach dem Gutachten über die Standorte für Photovoltaik-Freiflächenanlagen verwies Keck auf eine Infoveranstaltung, die im Juni stattfinden soll.