Ermert, Patrick, Rohrbach
Geisenfeld
Wer den Weg hinterhalb des Klärwerks die Ilm flussabwärts ging, hörte bislang ein lautes Rauschen. Etwa einen Meter stürzte das Wasser beim Absturz in die Tiefe. Jetzt rauscht sie mit einem leisen Plätschern von Geisenfeld an Nötting vorbei in Richtung Ilmendorf. Für die Fische und Kleinstlebewesen im Wasser war das Hindernis die vergangenen Jahrzehnte hindurch unüberwindlich. „Das hat jetzt ein Ende“, sagt Eidelsburger. Auf einer Länge von vier Kilometern ist die Ilm ab sofort wieder durchgängig: genau genommen von der B-300-Brücke in Geisenfeld bis zum nächsten Absturz in Ilmendorf.

Drei Jahre sind von der Idee über die genaue Planung bis zur Fertigstellung der Baumaßnahme vergangen, berichtet Andreas Schütz, der als technischer Oberinspektor am WWA für die Maßnahme baulich verantwortlich war. Weshalb das Amt genau hier eingriff, ist im Nachhinein schwer zu erklären. „Wir haben Defizite bei der Fischpopulation in der Ilm“, räumt Schütz offen ein. Daher sei es dem WWA ein ganz generelles Anliegen, die Stelle, die der Durchgängigkeit im Wege stehen, nach und nach zu beseitigen. „Hier konnten wir etwas tun – also haben wir es versucht und sind die Maßnahme angegangen. Jetzt haben wir sie zu einem guten Ende gebracht“, erklärte auch Pascal Dittert, der Leiter der Flussmeisterstelle am WWA.

Durchaus kompliziert sei es gewesen, das Flussbett auf einer Länge von knapp 200 Metern so zu verändern, dass der Absturz überflüssig wurde. Der verschlammte Staubereich ist seither Vergangenheit, die Fließgeschwindigkeit der Ilm wurde durch den Umbau deutlich erhöht. „Der Dreck am Grund ist weg. Schnell nach dem Abschluss der Maßnahme war das Kiesbett wieder zu sehen. Ein toller Anblick“, sagt Eidelsburger. So wurden Solgurte eingebaut, Wasserbausteine gesetzt, die früheren Stahlträger abgeschnitten und bei Hochwasser stabilisierend wirkende Träger eingerichtet. Die Kosten dafür trägt der Freistaat Bayern komplett; Bauherr war die Flussmeisterstelle.