Unterstall: Schmuckstück für die Unterstaller Feuerwehr
Foto: Stefan Janda
Unterstall

An der Notwendigkeit der Neuanschaffung und der zusätzlichen Ausbildung zweifelt in der Gemeinde niemand. Immerhin steht in Unterstall die Bergheimer Grundschule. Und dort muss es im Ernstfall richtig schnell gehen. Das soll das neue Tragkraftspritzenfahrzeug, kurz TSF, künftig sicherstellen. Neben der Atemschutzausrüstung, mit der die Helfer im Notfall rasch in verqualmte Gebäude vorstoßen können, führt das Gefährt auch einen Wassertank mit sich, so dass die Löscharbeiten binnen weniger Augenblicke beginnen können, wie der Unterstaller Kommandant Robert Meyr gegenüber unserer Zeitung erklärte.

Doch von der ersten Idee bis zur feierlichen Inbetriebnahme am gestrigen Vormittag hatte es einige Jahre gedauert. Auf rund zweieinhalb Jahre bezifferte Bergheims Bürgermeister Tobias Gensberger (DG) die Zeitspanne seit dem Antrag der Wehr Ende 2014. "So ein Fahrzeug gibt es eben nicht von der Stange", erklärte das Gemeindeoberhaupt und erinnerte daran, dass Unterstall zugleich eine Premiere erlebt. Denn ein fabrikneues Fahrzeug habe die hiesige Wehr noch nie bekommen, so Gensberger.

Der Ernst beginnt für das Gefährt mit diesem Montag, um Mitternacht ist es offiziell in Betrieb gegangen. Schon jetzt sind die Einsatzkräfte aus Unterstall an dem Auto und dessen Geräten geschult. Darunter sind auch zwölf Atemschutzträger, die nach der Entscheidung für die Neuanschaffung sämtliche nötigen Schulungen absolvierten und einsatzbereit sind, wie Kommandant Meyr nicht ohne Stolz feststellte. Ihre Übungen absolvieren diese Spezialisten gemeinsam mit den Fachleuten der Bergheimer Wehr; im Ernstfall rücken beide Truppen auch zusammen aus. Und auch eine gemeinsame Jugendfeuerwehr ist entstanden.

Vor der Feier an der alten Schule hatte in der Ortskirche der Festgottesdienst stattgefunden. Dort standen bereits die Elemente Feuer und Wasser im Mittelpunkt, ebenso wie später beim kirchlichen Segen durch den Bergheimer Pfarrer Michael Sauer. Bevor er das Gefährt mit Weihwasser besprenkelte, verlieh der Geistlichen seiner Hoffnung Ausdruck, "dass das Wasser stets die Herrschaft über das Feuer behalten wird".

Glückwünsche gab es auch von der überörtlichen Feuerwehr. Kreisbrandinspektor Klaus-Peter Stark überbrachte in Vertretung von Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier Glückwünsche. "Ich hoffe, dass ihr alle stets gesund von den Einsätzen zurückkommt", erklärte er. Und auch die umliegenden Feuerwehren waren zahlreich erschienen, ebenso die anderen Bergheimer Vereine, die mit ihren Fahnenabordnungen in der Kirche und beim anschließenden Festzug durch den Ort ein prächtiges Bild boten. Die musikalische Gestaltung der Feier übernahmen die Mitglieder des Musikvereins.

Übrigens: Bei den Kosten des neuen Fahrzeugs hat die Gemeinde ordentlich vom Engagement einiger Personen profitiert, wie Bürgermeister Gensberger betonte. Dazu zählte er neben Mitarbeitern der Verwaltung und einigen Feuerwehrleuten, die viel Freizeit geopfert hatten, auch Bernd Fieger von der Verwaltungsgemeinschaft Nassenfels. Er war Gensberger zufolge entscheidend für die erfolgreiche Ausschreibung, denn seit dem bislang letzten Kauf eines Autos für Bergheim hatte sich vieles geändert. Vom Staat flossen für das neue Fahrzeug Zuschüsse in Höhe von 38 000 Euro.