Vereidigung als neue Gemeinderätin: Magdalena Rehm (links) rückt ins Gremium der Volksvertreter nach. Bürgermeister Georg Hirschbeck sprach die formellen Worte.
Vereidigung als neue Gemeinderätin: Magdalena Rehm (links) rückt ins Gremium der Volksvertreter nach. Bürgermeister Georg Hirschbeck sprach die formellen Worte.
Schanz
Rennertshofen

Bircks' Bitte, seine Rücktrittserklärung öffentlich vorzulesen, kam Bürgermeister Georg Hirschbeck (CSU) nicht nach, doch lag die Stellungnahme jedem Gemeinderat aus.

Darin kritisierte der Unternehmer, dass das Kinoseum nicht an Fakten, sondern einzig am politischen Willen gescheitert sei. Und der sei bekanntlich maßgeblich vom Bürgermeister abhängig. "Unrühmlicher Höhepunkt" sei die von Hirschbeck "gesteuerte Abstimmung in falscher Reihenfolge" gewesen, die am Ende im knappen Nein für das Kulturprojekt geendet habe. "Nach persönlichem Gespräch mit dem Bürgermeister teilte er diese Ansicht natürlich nicht, da es in der heutigen Gesellschaft und speziell in der Politik als opportun (bequem) gilt, Fehler ja nicht zuzugeben", schrieb Bircks. "Ich habe die Hand gereicht, hätte meinen Rücktritt widerrufen, diese wurde jedoch vom Bürgermeister nicht angenommen." Das Nein in der Abstimmung habe nicht dem Gemeindezentrum gegolten, sondern sei "durch persönliche Vorbehalte gegenüber meiner Person" begründet. Die Situation bezüglich eines Veranstaltungssaales sei weiterhin ungeklärt. Eine neue Turnhalle wäre keine gute Lösung und würde der Gemeinde dazu deutlich teurer kommen. "Das Wahlversprechen unseres Bürgermeisters vor drei Jahren, Rennertshofen in der Zukunft ,lebenswert, modern und fortschrittlich‘ zu gestalten, wurde durch das Verhindern dieser einmaligen Chance konterkariert und mit Füßen getreten", kritisierte Bircks. Würde eine Bürgerbefragung doch noch den Wunsch nach einem Gemeindezentrum aufkeimen lassen, stünde er als Macher zur Verfügung - aber nicht mehr als Gemeinderat. Seinen abschließenden Dank an die Kollegen beendete Bircks humorvoll: "Ich habe Bekanntschaften geschlossen und Freundschaften geschlossen und hätte wahrscheinlich in meinem Leben nie so viel über Landwirtschaft erfahren, wenn mich meine Kollegen nicht aufgeklärt hätten - jetzt kann ich doch tatsächlich einen Bulldog von einem Mähdrescher unterscheiden".

"Nicht persönlich nehmen" , sagte Alfred Bircks zu Bürgermeister Hirschbeck.
"Nicht persönlich nehmen" , sagte Alfred Bircks zu Bürgermeister Hirschbeck. Er verabschiedete sich bei allen Räten mit Handschlag - - nicht ohne vorherige Abrechnung mit den ehemaligen Kollegen. Besonders Bürgermeister Hirschbeck kritisierte er.
Schanz, Sebastian, Neuburg
Rennertshofen

Zum Abschied gab Bircks jedem Rat die Hand, bei einer Umarmung mit Bürgermeister Hirschbeck sagte er: "Nicht persönlich nehmen". Einstimmig votierte das Gremium für sein Ausscheiden, nur Dritte Bürgermeisterin Ulrike Polleichtner (FW) äußerte Bedauern. Diskutiert wurde nicht. So rückte Magdalena Rehm für die Aktiven Bürger nach. Die Lehrerin und Jugendausbilderin bei der Marktmusikkapelle Rennertshofen stammt aus Mauern. Dessen Ortssprecher Otto Kuffer darf bis zur nächsten Wahl dennoch dem Gremium angehören, obwohl er aus demselben Ortsteil kommt, erklärte Hirschbeck.

KURZ NOTIERT

Im Rahmen einer Einbeziehungssatzung für Trugenhofen wurde Stefan Gröbl der Bau eines Wohnhauses mit Maschinenhalle genehmigt. Ludwig Bayer (FW) kritisierte, dass etwas mehr ökologische Ausgleichsflächen entstehen sollen, als unbedingt nötig. Das liegt laut Bauwerber aber daran, dass er froh ist, eine Streuobstwiese zu schaffen.

 

Das Baugebiet "Reisweg" in Ammerfeld wird nun im beschleunigten Verfahren auf den Weg gebracht. Keine Ausgleichsflächen, keine Änderung des Flächennutzungsplanes, kein Umweltbericht: Einige bürokratische Hürden fallen auf diese Weise weg. Dadurch wird das Verfahren deutlich schneller.

 

Viktoria Wittmann und Michael Kurz dürfen in Riedensheim ein Wohnhaus mit Garage bauen. Entsprechende Auflagen erteilte der Gemeinderat nur bezüglich des Oberflächenwassers. | szs