Die Grippe hat vermutlich wesentlich mehr Menschen "erwischt", aber nicht alle Betroffenen gehen zum Doktor, sondern kurieren sich daheim aus. Das gilt vor allem für Erkrankte, die keine Influenza, sondern nur einen "normalen" grippalen Infekt durchstehen müssen. Die Arztpraxen sind dennoch derzeit überfüllt, es wird gehustet und gefiebert. Deutschlandweit sind in der ersten Februarwoche von den Medizinern dem Robert-Koch-Institut 15 200 Neuerkrankungen an Influenza gemeldet worden - die mit Abstand höchste Zahl seit Beginn der Welle im Dezember. Es sind 70 Todesfälle gemeldet worden.

In den meisten Fällen handelt es sich um die Grippe des Typus Influenza B. Gegen diese Viren hilft der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Dreifach-Impfstoff nicht. Nur der sogenannte Vierfach-Impfstoff wirkt vorbeugend gegen Influenza A und B. Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt, dass die Krankenkassen die teurere Impfung ab der nächsten Saison definitiv übernehmen.

"Impfen lohnt sich auf jeden Fall", betont Dr. Johannes Donhauser vom Gesundheitsamt Neuburg. Persönlich lässt er sich jeden Herbst den Vierfach-Impfstoff verpassen. In einem einzigen Fall sei er trotzdem erkrankt, "ansonsten ist die Grippe an mir vorübergegangen". Die staatliche Gesundheitsbehörde empfiehlt die Impfung uneingeschränkt, aber die Mehrzahl verzichtet nach wie vor darauf. Vor allem Ältere und chronisch Kranke sollten sich impfen lassen.

Influenza-Grippe ist keineswegs zu unterschätzen. Weil sie das körpereigene Abwehrsystem schwächt, können im schlechtesten Fall ernsthafte Zusatzprobleme wie Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung auftreten. Ist das Schlimmste überstanden, können noch "postinfektiöse" Beschwerden ärgern - man bleibt lange Zeit kraft- und antriebslos.

Immerhin hat sich die Grippewelle an einigen Schulen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mittlerweile verflüchtigt, die Faschingsferien werden zusätzlich für Entspannung sorgen.