Erste-Hilfe
Dieter Koschmieder (l.) und Alexander Hatz (3. v. l.) von den Mobilen Rettern nehmen den Scheck von Schulsekretärin Karin Baumgartner, Rektorin Anne Graf, Schülersprecher Niklas Bausch, SMV-Koordinator Ralf Ickas, Schülersprecher Leonard Kindsfater und Raffaele Danese entgegen. Rechts im Bild Caritas-Schulsozialarbeiter Markus Bach, der das Projekt koordiniert.
Voitle
Neuburg

Was tun die Mobilen Retter? In Deutschland erleiden jährlich etwa 75 000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Lediglich 5000 davon können derzeit erfolgreich reanimiert werden. Denn der Rettungsdienst benötigt durchschnittlich neun bis zehn Minuten, um beim Verletzten anzukommen und mit den Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Dies ist häufig zu spät, denn nach drei bis fünf Minuten sterben bereits Gehirnzellen irreparabel ab. Das Mobile-Retter-Projekt hat sich als Ziel gesetzt, deutschlandweit alle Kreise und Städte an ihr System anzuschließen, um die schnelle und unkomplizierte Ersthelfer-Lösung flächendeckend einzusetzen.

Das Mobile-Retter-System ist ein Alarmierungssystem für qualifizierte Ersthelfer mit mindestens einem Erste-Hilfe-Kurs, das per Smartphone funktioniert. Geht ein Notruf in einer Rettungsleitstelle ein, bei dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand oder eine bewusstlose Person gemeldet wird, wird über eine App auf dem Handy zusätzlich zum Rettungsdienst ein Mobiler Retter in der Nähe verständigt und zum Einsatzort navigiert. Das soll in unter fünf Minuten passieren. Eine wertvolle Zeit, die helfen kann, Leben zu retten.

Alexander Hatz und Dieter Koschmieder von den Mobilen Rettern in der Region Ingolstadt nahmen sehr dankbar die Spende der Neuburger Mittelschule entgegen. Schülersprecher Niklas Bausch übergab symbolisch einen Scheck.

Hatz berichtete, dass in der Region im vergangenen Jahr in vier Fällen schon erfolgreich ein Leben durch das Programm gerettet werden konnte. Er berichtete von einem 46-jährigen Vater von zwei Kindern aus Heppberg, der beim Spielen mit seinen Kindern bewusstlos zusammenbrach. Die aufgeregten Kinder meldeten ihren "schlafenden Vater" bei der Mama. Diese rief die Notfallleitstelle über die 112 an. Die Leitstelle verständigte nicht nur den Rettungswagen mit Notarzt, sondern auch die Mobilen Retter. "In 600 Metern Entfernung zur Familie erreichte das Signal eine Mobile Retterin, die in drei Minuten den Verletzten erreichte und ihn bis zum Eintreffen des Notarztes pausenlos mit einer Herzdruckmassage erfolgreich wiederbelebte", so Hatz in seiner beeindruckenden Erläuterung. In diesem Fall gab es ein glückliches Ende, ergänzt Dieter Koschmieder: "Der Vater hat überlebt und die Kinder wurden nicht zu Halbwaisen".

Koschmieder und Hatz bauen im Landkreis diesen wertvollen Dienst aus. Mit der Spende möchten beide die Schulungen für die ehrenamtlichen Mobilen Retter im Landkreis mit Material ausstatten. Sie suchen laufend Ersthelfer, die sich als Mobiler Retter zur Verfügung stellen. Interessenten können sich per E-Mail an dieter.koschmieder@mobile-retter.de melden. Weitere Informationen im Internet unter www.mobile-retter.de.