Wieso das bebaute Areal dennoch auf einigen Karten in München als Teil der Schutzzone verzeichnet ist, wie Oberbürgermeister Bernhard Gmehling jüngst bei einem Besuch im Ministerium erfahren hat, bleibt allerdings offen.

Wie berichtet, war der CSU-Politiker von der Aussicht auf ein Veränderungsverbot für die Insel wenig angetan. Doch auch andere Flächen im Stadtgebiet, die tatsächlich Teil der möglichen Gebietskulisse für den dritten Nationalpark im Freistaat werden könnten, lösen bei Gmehling kaum Begeisterungsstürme aus. Das gilt unter anderem für die Donau, die in einem noch nicht genau festgelegten Ausmaß Teil der Schutzzone werden könnte. Eine konkrete Aussage über die betroffene Fläche und auch die Folgen gibt es aus München dazu nicht. "Die weitere fachliche Prüfung wird zeigen, inwieweit und in welcher Form die Donau in einen möglichen Nationalpark einbezogen werden kann", heißt es dazu aus der Pressestelle des Umweltministeriums.

Sehr wohl eine Rolle spielt in den Überlegungen der dortigen Planer der Neuburger Staatswald in Richtung Riedensheim sowie die Auenflächen im Gebiet der Kreisstadt. Vom Tisch scheint unterdessen der Englische Garten zu sein, den sich einige Kommunalpolitiker aus dem Umland in einem Nationalpark vorstellen konnten, der laut Ministerium "aktuell nicht in der Suchkulisse enthalten" ist. Das weitläufige Areal zwischen Kernstadt und Donau, das bereits Natura-2000-Schutzgebiet ist, hat in den Augen der dortigen Verantwortlichen jedoch "eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung".

Klarheit über diejenigen Flächen im Neuburger Stadtgebiet, die für einen möglichen Nationalpark Donau-Auen infrage kommen, wird letztlich wohl erst konkretes Kartenmaterial aus München bringen. Darum hat Oberbürgermeister Gmehling vor einigen Tagen bei seiner Parteifreundin, Umweltministerin Ulrike Scharf, gebeten. Erst wenn diese Information vorliegt, sollen sich auch die Mitglieder des Neuburger Stadtrats erneut mit dem Thema befassen.