Neuburg: Firmen suchen 1800 Arbeitskräfte
Wegen der hohen Fluktation der Beschäftigung gehen der Agentur für Arbeit die Fälle nicht aus. Silvia Schmidt und Peter Kundinger (v.r.) präsentierten in der Neuburger Außenstelle erfreuliche Zahlen. 31 000 Beschäftigte sind mittlerweile im Landkreis gemeldet. - Fotos: r
Neuburg

Die Region Ingolstadt und damit auch die Landkreise profitieren weiter von ihrer starken Wirtschaftskraft mit einer sehr guten Beschäftigungslage. Die bundesweit niedrigste Quote von 2,1 Prozent Arbeitslosigkeit "ist ein großer Segen für die Region", so Experte Peter Kundinger.

Die vielen Wechsel sorgen dafür, dass der Agentur für Arbeit die Arbeit nicht ausgeht. So hat die Außenstelle Neuburg im Vorjahr 4700 Zugänge und fast genauso viele Abgänge gemeldet. Das heißt, 4700 Betroffene haben Arbeit gefunden und gleich viele haben sich als Arbeitssuchende gemeldet. Regional gab es 24 000 Zu- und Abgänge, "ein Beleg für die dynamische Bewegung auf dem Arbeitsmarkt", betont Silvia Schmidt, die seit Juli 2015 die Außenstellen Neuburg und Pfaffenhofen leitet.

Der Zustrom an Flüchtlingen - derzeit rund 1400 im Kreis Neuburg-Schrobenhausen - schlägt sich erst langsam auf den Arbeitsmarkt nieder. 86 Migranten sind derzeit im Landkreis arbeitslos gemeldet. Aber diese Zahl wird mittelfristig zunehmen. Messbare positive Aspekte für den Markt bringt der ungebremste Zustrom nicht. Peter Kundinger: "Die Hoffnungen auf viele neue Facharbeiter sind nicht eingetreten."

Um Migranten Arbeitsplätze zu vermitteln, müsse man ihre Qualifikation kennen, fördern und vor allem die Sprachkurse forcieren. "Und das tun wir in jedem Einzelfall", sagt Silvia Schmidt. Es sei erkennbar, dass junge Flüchtlinge schneller lernen und mitmachen.

Laut Statistik hat 2015 den bisher florierendsten Arbeitsmarkt der vergangenen zehn Jahre gebracht. Derzeit sind im Landkreis 600 Arbeitssuchende bei der Agentur gemeldet. Dazu kommen 480 Langzeitarbeitslose, die vom Jobcenter betreut werden. Jahr für Jahr steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Neuburg-Schrobenhausen: Zuletzt waren es knapp 31 000 gegenüber 24 400 im Jahr 2006. Das heißt, in diesen zehn Jahren sind etliche neue Arbeitsplätze entstanden - allerdings nicht unbedingt am Wohnort. Die Beschäftigtenzahl wird nicht nach dem Standort des Arbeitsplatzes, sondern nach dem Wohnortprinzip angegeben. Jede Stadt und Gemeinde freut sich über eine möglichst hohe Anzahl, weil sie gute Beschäftigung ausweist und die Einkommensteuerzuweisung des Bundes bestimmt.

Regional besteht ein leichter Überhang an Ausbildungsstellen, in Neuburg-Schrobenhausen halten sich Angebot und Nachfrage die Waage. "Bisher haben wir noch jeden lernwilligen Jugendlichen fördern und vermitteln können", so Peter Kundinger.

2015 haben kleinere Handwerks- und Handelsbetriebe - wie etwa die Weltbild-Filiale - aufgegeben. Erschütterungen auf dem lokalen Arbeitsmarkt haben sie kaum ausgelöst. Aber auch spürbar positive Effekte etwa durch Plattenhersteller Knauf oder das Audi Fahrerlebniszentrum in Neuburg-Ost sind erneut ausgeblieben.

Fleißige Arbeiter sind weiterhin gefragt. 2015 haben Firmen im Landkreis 1840 offene Stellen gemeldet, 300 mehr als im Vorjahr. Die Agentur, so Silvia Schmidt, werde hier immer stärker vermittelnd und beratend aktiv.