Das Neuburger Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Veh sah keine Chance auf Bewährung für den Mann aus dem Landkreis Pfaffenhofen.

Zwei Ausbildungen hat er abgebrochen, lediglich einen Mittelschulabschluss, sich nur mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten - doch was der 26-Jährige im Darknet, jenem undurchschaubaren Schwarzmarkt im Internet, auf die Beine gestellt hat, war "ziemlich professionell", wie Staatsanwalt Fabian Lettenbauer sagte, der zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis plus Therapie forderte. "Sie haben im großen Stil übers Internet Rauschgift gekauft, verkauft, Kursschwankungen bei den Bitcoins beobachtet, wie es ein Börsentreibender tut", sagte Richter Veh.

Innerhalb eines Jahres hatte der Arbeitslose stolze 125 000 Euro Umsatz gemacht - wobei er auch vom starken Wertanstieg der digitalen Währung Bitcoins profitierte. Wie viel am Ende wirklich übrig blieb und wie viel aus dem Drogenhandel stammt, konnte gestern im Amtsgericht nicht geklärt werden. Richter Veh und die beiden Schöffen ordneten an, insgesamt 10 000 Euro an verbliebenen Bitcoins, an Bargeld und an mutmaßlichem Gewinn einzuziehen. "Wir wollen auch nicht, dass Sie mit einem riesen Schuldenberg entlassen werden", sagte Veh - denn der Angeklagte beteuerte, er wolle Strafe und Therapie nutzen, um von seiner ärztlich bestätigten Marihuana-Sucht loszukommen und sein Leben auf die Beine zu kriegen. "Ich werde hier nicht mehr landen", versprach der mehrfach vorbestrafte Angeklagte in seinem letzten Wort. Sein Verteidiger Stefan Heinl plädierte auf eine Bewährungsstrafe, doch Veh betonte: "Sie gehören in eine Therapie." Es brauche Druck, damit sie erfolgreich wird.