Neuburg: Der Nachtberg "strahlt" für die Stadt
Der Nachtberg fällt von der Oberen Altstadt steil zur Donau hinab. Umfangreiche Hangsicherung mit neuen Aussichtspunkten lehnen die Stadträte derzeit aus Kostengründen ab. Hochgewachsene Bäume verdecken heute die früher attraktive Sicht auf Kirchen und Häuser. - Foto: r
Neuburg

Die Konzeption des beauftragten Planungsbüros logo verde sei durchaus attraktiv, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, "aber wir haben wesentlich dringlichere Projekte, die uns auf den Nägeln brennen." Auch die CSU-Fraktion verwies auf Aufgaben wie den Bau von Kinderkrippen, Wohnraum und der Osttangente mit Donaubrücke.

Aber der OB und die CSU verloren die Abstimmung mit 6:7. SPD, Freie Wähler und beiden Räte von FDP und Grünen stimmten gemeinsam für die Nachtbergsanierung. Das geschah zur Freude von Sanierungsreferent Harald Neumeier, der dem Gremium klipp und klar erklärte: "Wenn sie nur den Nachtbergweg machen, dann stampfen sie das Förderprogramm ein."

Bei einer Realisierung der Konzeption des Büros logo verde winkt öffentliche Förderung. Im Idealfall bekäme die Stadt Neuburg 1,3 Millionen Euro über das Sonderprogramm "Grün in der Stadt". Neuburg ist bereits aufgenommen, Bund und Land teilen sich die Fördermittel. Über FAG-Mittel erhofft man sich weitere 235 000 Euro. Dann verblieben der Stadt 1,1 Millionen Euro Eigenanteil.

Der Nachtberg zwischen Donaubrücke und Brandlbucht ist zum großen Teil in privatem Eigentum. Die wenigen Anlieger haben die Sanierung angestoßen, eine Pflicht zur Kostenbeteiligung besteht nicht. Einen Schwerpunkt der vorgelegten Pläne bildet die Sicherung des Steilhangs, die die Architekten biologisch mit quergelegten Hölzern sowie mit Natursteinmauern bewerkstelligen wollen.

Der vorgeschlagene Weg zwischen Museumsgarten und Donau solle mit Stahlkonstruktion und Gitterrost über den Hang geführt werden. Erneuerungsbedürftig sei natürlich die schon öfter diskutierte Treppe an der Aussicht. Die Zurücknahme und Beschneidung des Bewuchses gilt als unbestritten - die Naturschutzvertreter ausgenommen. Alle Stadtratsfraktionen sind sich einig, dass ein neuer Aufgang zur bestehenden Mariengrotte entfallen könnte.

Ansonsten begrüße man die Baumpflege mit Hangsicherung und ein verbesserter Nachtbergweg an der Donaus sei ohnehin unstrittig, so 3. Bürgermeister Johann Habermeyer (FW). SPD-Sprecher Ralph Bartoschek stimmte zu. Wenn der städtische Eigenanteil wie geplant auf acht Jahre verteilt werde, dann sei das machbar. Ein verbesserter Umgriff "gibt der Stadt eine schönere Ausstrahlung."

Damit deutete sich an, dass die Sparlinie der CSU-Fraktion keine ausreichende Mehrheit findet. "Brauchen wir sowas", fragte CSU-Sprecher Alfred Hornung, man könne die Natur am Nachtberg auch in Ruhe lassen. Die große Sanierung sei "nice to have", so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, aber die Stadt habe jetzt Wichtigeres zu tun. Er warnte den Ausschuss sogar ausdrücklich, "die Finger von dem Projekt zu lassen", denn die Regierung habe klar zu erkennen gegeben, dass es bei reduzierter Umsetzung keine Förderung gebe ("alles oder nichts").

Es blieb aber bei der knappen Mehrheit für den Nachtberg. Das letzte Wort über den "Luxus" hat jetzt der Gesamtstadtrat.