Ausgrabungen studienseminar neuburg, August 2017
Rein, Winfried, Neuburg (Rein, Winfried)
Neuburg

Wie häufig in solchen Fällen stehen die Handwerksfirmen bereit für den Umbau, doch die Forscher benötigen noch Zeit für eine umfassende Dokumentation. Die Firma „Pro Arch“ führt den Auftrag aus, ihre Mannschaft arbeitet akribisch an mittelalterlichen Mauern und Keramikresten. Spektakuläre Funde sind noch nicht aufgetaucht, dafür aber Mauerreste aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Es handelt sich um Vorläuferbauten des Ursulinenklosters, das im Jahr 1700 Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg gestiftet worden war. Das Kloster erhielt eine eigene Kirche St. Ursula und eine Bildungsanstalt für Mädchen. Das Mutterkloster der Ursulinen ist 1813 im Zuge der Säkularisation aufgelöst worden. Kurz darauf zogen Studienseminar und Gymnasium ein. Das Seminar – 1638 von Wolfgang Wilhelm gestiftet – entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum größten staatlich verwalteten Studienseminar Bayerns.

Angesichts dieser Geschichte verstehe es sich von selbst, die Bodendenkmäler auszugraben und zu erkunden, so Seminarvorstand Anton Haberer. Die Wissenschaft geht allerdings ins Geld, 60 000 Euro Kosten sind bereits aufgelaufen. Nach dem Verursacherprinzip muss sie der Bauherr komplett tragen. Wenn die Archäologen gehen, kommen die Handwerker. Ein Großteil der Aufträge für das Projekt ist bereits vergeben. Das Seminar lässt das denkmalgeschützte Beichtvaterhaus umbauen und im Innenhof einen lichten Neubau anfügen. Der Kinderhort zur Nachmittagsbetreuung von Grundschülern soll in einem Jahr einziehen. Bis zu 40 Kinder sollen ab September 2018 in der attraktiven Kombination eines Denkmals mit einem zeitgemäßen Neubau Platz finden.

Die Baukosten belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Die Stadt Neuburg hat ihren Anteil auf 750 000 Euro begrenzt, außerdem fließen staatliche FAG-Mittel. „Die Hälfte der Ausgaben“, so Vorstand Anton Haberer, „bleibt der Stiftung Studienseminar.“