Doch kein Solarpark: Auf dieser Fläche zwischen Burgheim und Straß war eine Anlage zur Erzeugung von Sonnenstrom geplant. Jetzt beenden Investor und Gemeinde das Projekt.
Janda, Stefan, Ingolstadt
Burgheim
Der Investor, die Firma Anumar aus Ingolstadt, hat die Planungen bereits eingestellt - weil das Areal eine Vorrangfläche für Sandabbau ist.

Das Aus für das Großprojekt kommt etwas überraschend. Erst im Sommer hatten die Marktgemeinderäte in Burgheim mit einem einstimmigen Beschluss den Weg für den Solarpark II zwischen der Kerngemeinde und dem Ortsteil Straß geebnet. Nun soll das Gremium die Planungen endgültig einstampfen. Der Tagesordnungspunkt in der Sitzung am kommenden Donnerstag ist zwar eine reine Formalie, Freudensprünge löst er im Rathaus der Marktgemeinde aber keineswegs aus.

"Wir bedauern, dass es dazu kommt", erklärt Bürgermeister Michael Böhm, verweist aber auch auf fehlende Alternativstandorte für das Unternehmen. Gleichzeitig erinnert der Politiker daran, dass die Gemeinderäte voll hinter dem Projekt gestanden hatten. Tatsächlich war bei der entscheidenden Sitzung im Sommer einzig der Rückbau der Anlagen nach 30 Jahren ein Thema für die Kommunalpolitiker. Aus diesem Grund hatten sie sowohl die Änderung des Flächennutzungsplans als auch die Ausweisung des nötigen Bebauungsplans für den Solarpark auf drei Jahrzehnte befristet.

Ein Schritt, der nun völlig umsonst war. Entscheidend für das Aus ist nach Mitteilung der Gemeindeverwaltung die Tatsache, dass das fragliche Areal - derzeit ein landwirtschaftlicher Acker - im Flächennutzungsplan beziehungsweise in der Regionalplanung als Vorrangfläche für Sandabbau vorgesehen ist. Falls eine Firma den Rohstoff fördern wollen würde, würde dieses Vorhaben rechtlich schwerer wiegen als die Erzeugung von Solarstrom. Daran ändert auch die zeitliche Befristung nichts, wie Böhm betont.

Seiner Gemeinde geht damit eine Investition von rund 750 000 Euro durch die Lappen. Im Detail ging es in den Plänen der Investoren um eine Anlage mit einer Leistung von rund 750 Kilowatt, dadurch wäre die Versorgung von etwa 200 Haushalten mit umweltfreundlich erzeugtem Strom möglich.

Die Einsparung an Kohlendioxid hätte demnach bei ungefähr 600 Tonnen pro Jahr gelegen. Darüber hinaus hatten die Verantwortlichen eine Bürgerbeteiligung über eine Energiegenossenschaft ins Auge gefasst.

Baugebiete auf der Tagesordnung

Burgheim (DK) Neben dem Aus für den Solarpark II bei Burgheim stehen zahlreiche planerische Verfahren am kommenden Donnerstag im Burgheimer Marktgemeinderat im Mittelpunkt. In der Sitzung, die um 19.30 Uhr im Bürgerhaus beginnt, geht es unter anderem um die beiden Baugebiete am Vohbach in Burgheim und Schlossbreite in Straß. Bei beiden Flächen ist die Einziehung von Feldwegen nötig. Darüber hinaus sind im Zuge der Aufstellung die weiteren Beschlüsse für die Änderung des Flächennutzungsplans und der Bebauungspläne vorgesehen. Dabei geht es bereits um die Feststellungs- beziehungsweise die Aufstellungsbeschlüsse.

Außerdem müssen die Marktgemeinderäte über eine Berichtigung im Bestandsverzeichnis für öffentliche Feld- und Waldwege in Wengen abstimmen. Es folgt die Beratung über die Jahresrechnung 2016, genauer gesagt das Ergebnis der Prüfung durch den Rechnungsprüfungsausschuss sowie die Feststellung und Entlastung. Auch eine Digitalisierung der Burgheimer Personenstandsbücher ist ein Thema, dadurch sollen Anfragen von Ahnenforschern künftig leichter zu bearbeiten sein, allerdings wäre dafür eine Archivsatzung notwendig.

Und schließlich geht es noch um eine Entscheidung zur alten Weide am Ortlfinger Spielplatz. Wie berichtet, hatten die Räte ein Gutachten in Auftrag gegeben, nachdem im August am Gänsweiher in Burgheim bei einem ähnlichen Baum ein Ast abgebrochen war. Es folgen eine Beratung über verschiedene Themen sowie eine nicht öffentliche Sitzung.