Ein eindrucksvolles Jubiläumskonzert auf sehr hohem Niveau gab der Liederkranz Reichertshofen.
Ein eindrucksvolles Jubiläumskonzert auf sehr hohem Niveau gab der Liederkranz Reichertshofen. Unterstützt wurden die Sänger von Langenbrucker Theaterbühne, sodass es fast ein Musical-Abend wurde. Gerade die Can-Can-Tänzerinnen kamen hervorragend an.
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Reichertshofen

Bei der Zelter-Plakette, die vom Bundespräsidenten gestiftet wurde, handelt es sich um die höchste staatliche Auszeichnung für Chöre. Der Liederkranz Reichertshofen konnte die Zelter-Plakette bereits im Juli 2017 in Empfang nehmen. Stellvertretender Landrat Anton Westner (CSU), auch Schirmherr der Veranstaltung, befestigte im Rahmen des Jubiläums-Konzertes ein Fahnenband zur Erinnerung an die Verleihung der Zelter-Plakette an der Vereinsstandarte.

"Ihr singt auf einem sehr, sehr hohen Niveau und habt ein sehr vielseitiges Programm", sagte Westner in seinem Grußwort. "Es macht Freude und tut gut, Euch zu lauschen." Westner ist selbst Mitglied beim Liederkranz und lässt zusammen mit seiner Frau Martine keinen Auftritt aus, wie er verriet. "Wir können uns glücklich schätzen, in unserem Markt einen so aktive Gesangverein zu haben", sagte er abschließend, ehe er dem Liederkranz noch einen "gehaltvollen Umschlag" als Jubiläumsgeschenk überreichte.

Der Vorsitzende Ulrich Steck blickte kurz auf die Entstehung des Liederkranzes zurück. Der Liederkranz Reichertshofen wurde am 27. Oktober 1897 zunächst als Vereinigung von Sängern und Blechmusikern gegründet. Schon am 3. Oktober 1898 trennten sich die Blechmusiker vom Verein und gingen eigene Wege. Die Sänger kamen damals übrigens nicht nur aus Reichertshofen, sondern auch aus den umliegenden Orten: Baar, Ebenhausen, Berg im Gau, Ringsee, Unsernherrn, Manching, Fahlenbach - in einem Zeitalter ohne öffentliche Verkehrsmittel eine beachtliche Leistung.

Der Liederkranz hielt zunächst Konzerte und kleine Singspiele ab. Immer wieder gab es in der Vereinsgeschichte aber auch große Schwankungen. Während des Ersten Weltkrieges fanden nur vereinzelte Chorproben statt. Erst 1919 lebte der Verein wieder auf. Im Dritten Reich konnten auch nur noch vereinzelte Probenabende abgehalten werden.

Feierlicher Moment: Stellvertretender Landrat und Schirmherr Anton Westner (CSU) befestigte ein Fahnenband zur Erinnerung an die Verleihung der Zelter-Plakette an der Vereinsstandarte..
Feierlicher Moment: Stellvertretender Landrat und Schirmherr Anton Westner (CSU) befestigte ein Fahnenband zur Erinnerung an die Verleihung der Zelter-Plakette an der Vereinsstandarte.
Vogl, Verena, Reichertshofen - Langenbruck (Vogl, Verena, Reichertshofen - L)
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Nach dem Zusammenbruch Deutschlands wurde der Verein 1947 erneut ins Leben gerufen. Besonders gut im Gedächtnis blieb den Chormitgliedern die erste Fahrt in die ungarische Partnerstadt Paks im Jahr 1990. Die klangliche Entwicklung des Chores wurde maßgeblich von den leitenden Persönlichkeiten geprägt. Seit 20 Jahren steht der Liederkranz unter der Leitung von Musiklehrer Josef Dietl, der während des Konzertes auch für sein Jubiläum geehrt wurde.

Für das Jubiläumskonzert hatten sich die 41 Sänger Stücke aus bekannten Musicals sowie eingängige Schlagermelodien ausgesucht. Besonderer Clou: Mitglieder der Langenbrucker Theaterbühne unterstützten die Sänger mit Darbietungen, so dass die Besucher fast eine Musical-Aufführung genießen konnten. Besonders gut kamen - vor allem beim männlichen Publikum - die flotten Can-Can-Tänzerinnen aus den Reihen der Theaterbühne an. Viele Lacher gab es auch, als Vorsitzender Steck in der Rolle als Professor Higgins einer bayrisch sprechenden Eliza Doolittle (Christiane Schönauer) korrektes Hochdeutsch beibringen wollte (Szene aus "My fair lady").

Die Moderation des Abends übernahm diesmal Holger Kukral, der Wissenswertes und Amüsantes zu den einzelnen Stücken berichtete. Am Klavier wurden die Sänger souverän und gefühlvoll von Gabi Klaschka begleitet. Der Chor gestaltete die ausgewählten Lieder sehr eindrucksvoll und überzeugte durch die hohe gesangliche Qualität. Das begeisterte Publikum erklatschte sich am Ende eine Zugabe: noch mal "Can-Can" aus dem gleichnamigen Musical, zusammen mit den Tänzerinnen.