Pförring: Zwischen Biergarten und Bühne
Foto: Markus Meßner
Pförring

Normalerweise legen die Lustigen Kumpels Wert darauf, keine Band zwei Mal hintereinander einzuladen. Doch dieses Mal kamen sie um eine Ausnahme einfach nicht herum. First Generation bezeichnet sich selbst als die ultimative Klassik-Rock-Band. Und wer sie am Samstagabend vor mehreren Tausend begeisterten Fans gehört hat, wird keinen Zweifel an dieser Bezeichnung hegen. Nach dem Auftritt vergangenes Jahr seien massenweise E-Mails eingegangen, dass die Band so gut gewesen sei. "Wir konnten gar nicht anders, als sie noch einmal zu holen", sagt Bernd Wölfl von den Lustigen Kumpels. Der Erfolg gibt den Organisatoren recht.

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Ansonsten versuchen sie, eine breite Palette an unterschiedlicher Musik anzubieten. Das wurde auch diesmal wieder deutlich. "Dicht und Ergreifend sind richtig abgegangen", erzählt Wölfl noch von Freitag. Hip-Hop auf bayerisch, dann noch Hardrock vom Feinsten und Gothic, am Samstag folgte Irish Rock mit Paddy Murphy und Klassik Rock. "So unterschiedlich die Bands auch sind, wichtig ist, dass alle Spaß dabei haben - und das merkt man auch", sagt Wölfl.

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Mittlerweile ist die Bandauswahl für das Open Air eine Mammutaufgabe. "Wir haben uns über die Jahre ein großes Netzwerk aufgebaut", sagt Wölfl. Und einen Namen gemacht. So bekommen die Lustigen Kumpels mehrere Tausend Bewerbungen jedes Jahr. Alles Bands, die in Pförring spielen möchten. Teilweise kämen mehr als ein Dutzend Emails am Tag. Die meisten enthalten einen Link auf ein Youtube-Video. Einige wenige verschicken ganz altmodisch eine CD. Wölfl winkt aber ab. Aus dieser Vielzahl an Bands schaffen es letztlich höchstens zwei oder drei nach Pförring. Die Lustigen Kumpels wählen lieber aktiv aus - nach ihren Kriterien. Dazu gehört es auch, regionalen Gruppen die Chance zu geben, einmal vor einem richtig großen Publikum zu spielen. Wölfl schränkt aber ein: "Die Qualität muss passen."

Die Zuschauerresonanz bestätigt die Lustigen Kumpels in ihrem Konzept. Dass dieses Jahr noch mehr Besucher kamen als sonst, hat noch weitere Faktoren. Dazu gehört, dass die Band Dicht und Ergreifend, die am Freitag aufgetreten war, momentan durch die Decke geht. "Die hatten das Publikum sofort im Griff", erzählt ein Besucher. Vor allem die jüngeren Gäste fühlten sich angesprochen und strömten in Scharen auf das Festivalgelände - deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Ein weiterer Faktor war das Wetter. Sonnig und trocken, nicht zu heiß. Einfach perfekt. Unter der Woche habe man noch bange Blicke auf das Regenradar gerichtet, sagt Wölfl. Die Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Um das Festivalglück perfekt zu machen, fehlte nur noch eins: etwas gegen die Stechmücken. Und tatsächlich, die Plage blieb diesmal aus. Während vergangenes Jahr Myriaden von Mücken um den Baggersee schwirrten und ihre Angriffe auf die Besucher flogen, gab's das diesmal angenehm selten.

Und so kam es schnell wieder auf, dieses besondere, dieses familiäre Festivalgefühl, das Pförring so auszeichnet. Besucher liegen auf Decken am Seeufer, Partyfans tanzen wie wild vor der Bühne, die anderen sitzen im Biergarten und genießen die Fischspezialitäten, und in einem abgelegenen Winkel spielt eine Horde Kinder Fußball. Oder wie es ein Musiker einer Band ausgedrückt hat: "Das ist das einzige Festival, das ich kenne, wo noch Bier in Flaschen ausgegeben wird und diese Flaschen dann nicht auf die Bühne fliegen."

Zwischendrin bleibt noch Zeit, an Hubert Süßbauer zu erinnern. Das Gründungsmitglied der Lustigen Kumpels und langjähriger Aufbauchef des Festivals ist gestorben. In solchen Momenten wird der familiäre Charakter wieder deutlich.

Dennoch gehen die aktuellen Entwicklungen unserer Zeit nicht spurlos an Pförring vorbei. Stichwort Sicherheit. Zum ersten Mal wurden die Zufahrten blockiert. Auf einer Seite standen massive Poller im Weg, auf der anderen parkten Feuerwehrfahrzeuge die Zufahrt zu. Die Gäste beeinträchtigte das Sicherheitskonzept in keiner Weise. Und das Wichtigste: Es tat der Stimmung keinen Abbruch. So wurde gefeiert bis weit nach Mitternacht. Und als irgendwann nach 3 Uhr der letzte Ton verklungen war, begann es prompt zu regnen. Irgendwie musste die aufgeheizte Stimmung ja auch wieder abgekühlt werden.