Wäre es ein Staat, er wäre der drittgrößte der Welt. Datenschützern ist Facebook ein Gräuel. Der Internetkonzern legt nicht nur Verhaltens- und Interessenprofile seiner Mitglieder an, sondern registriert auch E-Mail-Adressen von Internet-Nutzern, die von Facebook aus angeschrieben wurden, aber gar nicht Mitglied sind. Über ein Cookie, das auf dem Computer jedes Facebook-Nutzers gespeichert wird, kann die Firma das Surf-Verhalten seiner Kunden auch außerhalb des Sozialen Netzwerkes verfolgen. Laut einem Prüfbericht des Hamburgischen Datenschutz-Beauftragten bleibt das Cookie zwei Jahre aktiv, selbst wenn der Internetnutzer nicht mehr auf Facebook surft.

In Sozialen Netzwerken werden nicht nur öffentliche Statusmeldungen abgesetzt, sondern über Chats und persönliche Nachrichten auch kommuniziert. Selbst diese Gespräche werden gespeichert. Der Umfang der gesammelten Daten wurde der Netzgemeinde im vergangenen September bewusst, als ein Jurastudent aus Österreich alle Informationen, die Facebook über ihn gespeichert hat, bei dem Konzern anforderte. Dieses Recht gibt ihm die Europäische Gesetzgebung, dem Facebook Europa mit Sitz in Irland unterworfen ist. Der Student erhielt schließlich ein Paket mit über 1200 Seiten. Auffallend war dabei, dass der Stapel auch Informationen enthielt, die der Student aus seinem Profil gelöscht hatte. Er strengte daraufhin mehr als 20 Klagen gegen Facebook an und gründete die Initiative „Europe versus Facebook“, die Internetnutzern hilft, ihre Daten bei Facebook anzufordern, um den Konzern zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den persönlichen Daten seiner Mitglieder zu bewegen.

Facebook weiß über seine Nutzer verständlicherweise nur, was diese freiwillig mitteilen. Diese Informationen werden verknüpft und können ein genaues Profil über den Menschen hinter dem Facebook-Account ergeben. Vor allem, wenn noch andere Informationen aus dem Internet mit herangezogen werden.

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