Wie berichtet, ist das Museum seit Jahresbeginn am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9.30 bis 14 Uhr, mittwochs von 9.30 bis 16 Uhr und Samstag sowie Sonntag und Feiertag von 10.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Beschluss im Zweckverband war auf Initiative des Vorsitzenden, Manchings Bürgermeister Herbert Nerb (FW), gegen die Stimmen von Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU), der Manchinger Gemeinderäte Hannelore Besl (CSU) und Johann Froschmeier (SPD), Martin Eberl (Bezirk Oberbayern) sowie dem früheren Manchinger CSU-Rathauschef Otto Raith gefallen. Wie kontrovers diese Entscheidung beurteilt wurde, zeigt die Tatsache, dass die Abstimmung teils quer durch die Parteien verlief. So hat etwa Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf (CSU) für die Verringerung der Öffnungszeiten votiert.

"Wir müssen reduzieren. Ich sehe keine andere Möglichkeit", hatte Georg Schweiger, der Manchinger SPD-Gemeinderat und Vorsitzende des Freundeskreises des Museums, in besagter Sitzung Mitte November 2015 erklärt. Seine Entscheidung war unter den Museumsfreunden nicht unumstritten.

"Ich habe die Reduzierung ausschließlich als Reaktion auf den Hilferuf der Museumsleitung verstanden", erklärt Schweiger: "Wenn die Fachleute aus Sicherheitsgründen für eine Reduzierung sind, muss ich mich anschließen." Wie berichtet, hatte der Chef der Archäologischen Staatssammlung, Professor Rupert Gebhard, als fachlicher Vorgesetzter des Kelten- und Römermuseums Manching kürzere Öffnungszeiten vorgeschlagen, dem sich Museumsleiter Wolfgang David angeschlossen hatte - nicht zuletzt auch aus Gründen der Sicherheit.

Zugleich kritisiert er die Vorgehensweise im Zweckverband des Kelten- und Römermuseums. "Die Kürzung war nicht abgestimmt. Das habe ich erst mit der Ladung erfahren. Zahlen zur angeblich damit verbundenen Kosteneinsparung liegen mir bis heute nicht vor", betont Schweiger. So hat er schon wenige Tage nach der Sitzung in einem Schreiben an Mederer, Nerb und Wolf gefordert, "dass derart essenzielle Punkte von grundsätzlicher Bedeutung zukünftig besser abgestimmt werden müssten". Es wäre sicher sinnvoll gewesen, so Schweiger weiter, wenn sich Gemeinde, Landkreis, Bezirk und Freundeskreis rechtzeitig zu einem kurzen Gespräch getroffen hätten. Zumindest hätte er sich so über wichtige Daten in Kenntnis setzen können. "Früher gab es immer Elefantenrunden über wichtige Themen", ruft er die Praxis in Erinnerung.

Nach seinen Angaben war sein Kenntnisstand vor besagter Sitzung im November 2015 ein Gespräch im Juli 2014: Neuverteilung der Betriebskostenanteile und neun Planstellen - ohne Sonderausstellungen, aber auch ohne Reduzierung der Öffnungszeiten. Schweiger ist jedoch zuversichtlich, dass es gelingen könnte, mit dieser Stellenzahl zu den alten Öffnungszeiten zurückzukehren, wenn nur sämtliche Möglichkeiten genutzt würden.

"Es kommt keine Ruhe rein, wenn ständig über Kosten geredet wird", betont Schweiger. Wenn man die Attraktivität Manchings steigern wolle, sei die Innerortssanierung ein unabdingbarer Schritt - aber das Museum mindestens genauso wichtig. Denn allzu viele Möglichkeiten zur Außenwerbung habe der Markt nicht. Man hätte bereits früher, vor allem in den Jahren 2009 bis 2011, als der Markt noch nicht so viel bezahlen musste, die angesetzten Haushaltsmittel ausnutzen und Rücklagen bilden müssen. "Aber offenbar war das Bewusstsein nicht da, dass so ein Museum auch einmal mehr kostet", klagt Schweiger. Dass die Gemeinde jetzt mehr zahlt als die anderen Partner (Landkreis und Bezirk), hält er durchaus für gerechtfertigt: "Der Markt Manching hat ja auch am meisten vom Museum. Für mich sind das keine Kosten, sondern eine Investition in die kulturelle Infrastruktur", so der promovierte Chemiker.

Schweiger geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert eine Weiterentwicklung des Kelten- und Römermuseums, vor allem, was die Außenanlagen angeht. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass Pfaffenhofen keinen Kreisarchäologen habe und die Römisch-Germanische Kommission sich nach einem halben Jahrhundert aus Manching zurückzieht. Er bricht auch eine Lanze für Sonderausstellungen, die es künftig nur noch alle paar Jahre geben soll. "Das Fehlen von hochkarätigen Sonderausstellungen ist eine größere Gefahr als die momentane Kürzung der Öffnungszeiten", ist seine feste Überzeugung. Denn das Kelten- und Römermuseum sei schließlich keine lokale oder regionale Einrichtung, sondern stehe im europäischen Kontext.

Schweiger fordert, künftig wieder alle zwei Jahre eine Sonderausstellung auszurichten. Andernfalls befürchtet er einen deutlichen, dauerhaften Einbruch bei den Besucherzahlen. "Und den Museumsleiter sollte man machen lassen. Wolfgang David ist gut vernetzt", sagt Schweiger unter Hinweis auf die bislang letzte, 2014 gezeigte Sonderausstellung "Das goldene Antlitz des unbekannten Makedonenkönigs", ein Projekt, das von der EU im Rahmen des Programms "Clash of Cultures" nicht unerheblich gefördert worden ist.