Kösching: Zwei wichtige Weichenstellungen
Ob das in die Jahre gekommene Hallen-/Freibad Aquasun (oben) saniert wird - derzeit ist nur die Sauna geöffnet - oder ein Neubau an seine Stelle tritt, ist noch nicht vollständig klar. An der Ingolstädter Straße (unten) soll die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht werden. ‹ŒFotos Brandl
Kösching

Neubau oder Sanierung - was mit dem Aquasun in Kösching geschieht, ist nach der Schließung im vergangenen September wegen der maroden Dachkonstruktion noch nicht vollständig klar. Einen Schritt weiter in der Planung kam am Donnerstag der Badausschuss, der sich in seiner Sitzung zunächst von Rechtsanwalt Bernhard Rauch aus Regensburg über das Vorgehen bei der Ausschreibung der Baumaßnahme nach dem VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) beraten ließ. Diese soll nun zügig auf den Weg gebracht werden, um geeignete Bewerber für die Bereiche Technikplanung und Architektur zu finden. Nach Ende der 30-tägigen Bewerbungsfrist will der Ausschuss Anfang April die eingegangenen Bewerbungen sichten und bewerten. Anfang Mai - rechtzeitig vor der monatlichen Sitzung des Marktgemeinderats - werden dann, nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens, die Einladungen an fünf ausgesuchte Büros erfolgen.

Die Anwärter auf die Ausführung der Baumaßnahme sollen demnach in der Planung von Schulschwimmbädern Referenzen aus den letzten zehn Jahren vorweisen können. Keinesfalls wolle man das Projekt im Bereich einer Therme oder eines Sportbades angesiedelt wissen, machte Bürgermeisterin Andrea Ernhofer deutlich. Das neue Bad soll ein 25-Meter-Schwimmbecken mit vier Wettkampfbahnen erhalten sowie über einen Planschbereich für Kleinkinder und eine Gastronomie verfügen.

Beschlossen ist das aber alles noch nicht. Es handelt sich dabei im weitesten Sinn um eine Ideensammlung des Ausschusses, die auch den Wünschen aus der Bevölkerung gerecht wird. Sicher hingegen dürfte sein, dass die Baumaßnahme zwischen sieben und acht Millionen Euro kosten wird - aufgeteilt in vier Bauabschnitte, um die Haushaltsbelastung entsprechend verteilen zu können. So steht es in einer Machbarkeitsstudie, die der Markt Kösching in Auftrag gegeben hat.

Rund 13 000 Kraftfahrzeuge befahren täglich die Ingolstädter Straße. In der Oberen Marktstraße sind es fast 11 000 am Tag. Radfahrer und Fußgänger sollen auf der Strecke deshalb besser geschützt werden. Welche Möglichkeiten es hierfür gibt, das zeigte dem Projektausschuss Christoph Hessel vom Ingenieurbüro Humberg & Partner aus München auf. Für einen separaten Radfahrstreifen und straßenbegleitende Radwege sei der vorhandene Straßenraum zu schmal, stellte Hessel fest. Als Alternative schlug der Verkehrsplaner deshalb Schutzstreifen und einen gemeinsamen Geh- und Radweg vor. Die Schutzstreifen dürften zwar von Kraftfahrzeugen überfahren werden, der Radfahrverkehr müsse dabei jedoch beachtet werden, erklärte Hessel.

Seine Empfehlung für den Bereich zwischen Lentinger Straße und Marienstraße auf der nördlichen Straßenseite ist eine Verbreiterung des gemeinsamen Geh- und Radwegs auf 2,50 Meter. Für die südliche Straßenseite sieht der Entwurf in der ersten Variante die Einrichtung eines Schutzstreifens mit einer Breite von 1,25 Metern oder die Verbreiterung des gemeinsamen Geh- und Radwegs vor. Für den Bereich zwischen Marienstraße und Brunnhauptenweg/Hohlweg schlug Hessel einen Schutzstreifen auf beiden Straßenseiten vor. Alternativ dazu könne ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf der Südseite eingerichtet werden.

Da die Obere Marktstraße nach Ansicht des Experten zu schmal sei für Schutzstreifen sowie für einen gemeinsamen Geh- und Radweg, könne hier eine Alternativroute Abhilfe schaffen. Diese würde vom Hohlweg über die Klostergasse und die Fleischgasse zum Marktplatz führen. Um eine sichere Querung der Radfahrer über den Hohlweg zu ermöglichen, sollte hier die Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge auf Tempo 30 beschränkt werden. Weiter sieht der Entwurf des Büros eine Fußgängerquerung an der Ingolstädter Straße in Höhe der Bushaltestelle bei der Marienstraße vor. Diese könne aus einer Ampel oder einer Mittelinsel bestehen.

Als Standort für eine Fußgängerampel an der Oberen Marktstraße schlug das Büro die Lage vor dem Rathaus mit Abstand zur Bahnhofstraße vor. So sei eine entsprechende Aufstelllänge für Kraftfahrzeuge vor der Querungsanlage zu ermöglichen. Die Grobkostenschätzung für die Maßnahmen im Bereich der Marienstraße bezifferte Hessel - je nach Variante - auf bis zu 259 000 Euro. Die Vorschläge des Büros werden nun von den Ausschussmitgliedern in die jeweiligen Fraktionen getragen und dort beraten.