Kösching: Köschinger feiern heiligen Sebastian
Foto: Thomas M.P. Schumann
Kösching

Weil heuer die Renovierungsarbeiten im Inneren der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt anstehen, ist der Festzyklus für den von Pfeilen durchbohrten, gerade in Bayern so populären römischen Märtyrer etwas vorverlegt worden. Denn Sebastian einfach zu übergehen, das wäre in Kösching nicht möglich gewesen.

Die Erinnerung an den frühen Glaubenszeugen der Christenheit hält die exakt 528 Männer und Frauen zählende Sebastiani-Bruderschaft wach. Über das Leben des bei uns als Pestheiligen Verehrten predigte in der Festmesse Kaplan Christian Fleischmann. Betend und singend zogen anschließend er, Vorstandsmitglieder der Bruderschaft mit einem geschulterten Prunkreliquiar, Ministranten, Bruderschaftsmitglieder und Kirchenbesucher samt Bannerfahne und Standarte in Prozessionsordnung durch das Ortszentrum.

Die Standarte spielt bei der Verabschiedung von verstorbenen Bruderschaftsmitgliedern eine wichtige Rolle, weil sie ein Mitglied als Ehrendienst und letzten Gruß ins Grab senkt. 16-mal begleitete die Standarte 2015 Männer und Frauen der Bruderschaft bei ihrem letzten Gang. Adalbert Lechner und Stefan Balassa wurde für diesen Dienst ausdrücklich gedankt, für den Vorsitzenden Wolfgang Betz ein zentrales Anliegen in der Mitgliederversammlung.

Betz blickte dabei auf 2015 zurück und auch auf 2016 voraus. Den Jahreslauf begann er mit einer Neuerung: Der Tag der Ewigen Anbetung am 14. Februar soll künftig auch von der Bruderschaft mitgestaltet werden. Ein ebenso andächtiges Engagement stellte Betz mit der Beteiligung an der Gebetsnacht von Gründonnerstag auf Karfreitag heraus - auch heuer wieder nachts von 1 bis 2 Uhr. Die traditionelle Wallfahrt des Marktes nach Arnsberg am Dreifaltigkeitssonntag zu Fuß und per Bus findet heuer am 22. Mai statt. Im vergangenen Jahr seien 60 Männer und Frauen mitgelaufen, weitere gut 40 Personen hätten sich zum Festgottesdienst am Ziel, dem Sebastianskirchlein oberhalb der Altmühl, eingefunden.

Das Benefizkonzert der Adventsbläser hat 2015 unter der Leitung von Martin Ott am Zweiten Advent in der Pfarrkirche zum 15. Mal in Kösching stattgefunden. Mit dem Erlös von 1736 Euro konnten wieder Obdachlose und Kinder in Sankt Petersburg unterstützt werden. Damit wurden bisher insgesamt mehr als 30 000 Euro allein in Kösching eingespielt. Was wegen der Kirchenrenovierung 2016 aus dem Konzerttermin werde, sei derzeit noch ungewiss. Neben dem Gebet, dem Pilgern und der nachhaltigen Initiative für Spendenprojekte - wie auch einem des Köschinger Arztes Johann Lang mit dem Verein Interplast - kümmert sich ein Team um Monika Mayer um Krankenbesuche zu Hause und im Seniorenheim.

Nach Vorlage des Kassenberichts von Kassier Jakob Sedl-meier baten die Kassenprüfer Johanna Dörfler und Klaus Müller-Würzburger um die Entlastung der Vorstandschaft, die auch einstimmig erteilt wurde.

Der Leitende Oberarzt des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin der Klinik Kösching, Johann Lang, sprach auch über seinen Einsatz für den Verein Interplast Germany in Tansania im Frühjahr 2015, an dem auch Vorstandsmitglied Helene Bast als Krankenschwester teilgenommen hatte. Die Sebastiani-Bruderschaft unterstützt Interplast in Form einer Patenschaft. Interplast Germany wird von Ärzten und Krankenschwestern ehrenamtlich gefördert und getragen, um vor allem Kindern in Entwicklungsländern medizinisch zu helfen. Im Rahmen dieser Unterstützung konnte Lang stellvertretend einen Scheck über 1000 Euro für medizinische Einsätze in Entwicklungsländern entgegennehmen.

Die Kirchenrenovierung ihrer barocken Pfarrkirche unterstützen die Sebastiani-Brüder mit 5000 Euro und überreichten Kirchenpfleger Klaus Müller-Würzburger und Ortspfarrer Wojciech Wysocki den entsprechenden Scheck.