Mittwoch, 19. Juni 2013 |

 

15.05.2012 21:19 Uhr | 6125x gelesen
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Zwei Schwestern rudern fleißig


Bild: Zwei Schwestern rudern fleißig. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Haus am See – das klingt so schön nach Sommer, Sonne, Seele baumeln lassen. Oder mal feiern. So haben sich das die Schwestern Buck vorgestellt, als sie die Fischerstub’n pachteten. Doch jetzt braut sich was zusammen am Baggersee, denn die Stadt macht strenge Auflagen.

Ingolstadt (DK) Haus am See – das klingt so schön nach Sommer, Sonne, Seele baumeln lassen. Oder mal feiern. So haben sich das die Schwestern Buck vorgestellt, als sie die Fischerstub’n pachteten. Doch jetzt braut sich was zusammen am Baggersee, denn die Stadt macht strenge Auflagen.


Ingolstadt: Zwei Schwestern rudern fleißig
Auf der Sonnenterrasse vor dem Haus am See: Verena und Sandra Buck zeigen symbolisch, dass sie nicht aufgeben und für ihr Lokal kämpfen wollen - Foto: Rössle
An der Fischerstub’n haben sich schon viele Wirte die Zähne ausgebissen. Der Saisonbetrieb ist extrem wetterabhängig und erfordert große Flexibilität. Der Kreisfischereiverein hat es in den vergangenen 20 Jahren mit sieben Pächtern versucht, alle sind gescheitert. Nach so vielen Pleiten wagen sich jetzt Sandra und Verena Buck, bekannt von Sausalitos und Suxul, an das schwierige Objekt. Sie überzeugten Herrnbräu und die Fischer mit einem modernen Konzept: Das Haus am See ist ein kultiges Ausflugslokal, von 12 bis 23 Uhr geöffnet, mit Liegestühlen und Palmen, wo die Gäste chillen können, wo es Cappuccino und Cocktails gibt und bald auch Pizza oder Pasta vom Nobelitaliener. „Das gefällt dem Ingenieur von Audi“, erklärt Sandra Buck. „So etwas Urbanes gehört in eine Großstadt.“
 
Doch als reines Ausflugslokal rentiert sich der Betrieb nicht. Deshalb wollen die Schwestern im Sommer etwa zehn Events veranstalten, „Jugendkultur der gehobenen Art“, wie Sandra Buck beteuert. Die erste Party stieg am 30. April, mit Musik auf der Terrasse bis 23 Uhr. Danach wurde drinnen weitergefeiert. Trotzdem zog ein Sturm der Entrüstung über das Haus am See. Nicht nur wegen der Wildschweine, die angeblich um ihren Schlaf gebracht wurden. „Es gibt massiven Widerstand von Anwohnern am Mitterschüttweg, die sich durch wummernde Bässe gestört fühlten“, sagt Gerd Treffer, städtischer Pressesprecher. Und er stellt klar: „Vergnügungsstättentypische Veranstaltungen sind nicht erlaubt, denn das ist ein Naherholungsgebiet.“
 
Das haben die Gastronominnen auch schriftlich: Die bis 30. Juli befristete Gaststättenerlaubnis enthält einige strenge Auflagen. So teilte das Ordnungsamt mit, Veranstaltungen mit Musikdarbietungen, Livebands oder DJ-Auftritte seien nicht zulässig. Auf der Sommerterrasse darf keine Musik erklingen, nicht einmal durch geöffnete Fenster. Außerdem muss dort um 23 Uhr Schluss sein. Und die Gasträume im Inneren dürfen nicht als Tanzfläche genutzt werden. Dabei wird tatsächlich Bezug genommen auf „Bestuhlungspläne, die der Baugenehmigung vom 10.8.1966 anliegen“.
 
Über diese Auflagen können alle Beteiligten nur die Köpfe schütteln, denn in der Vergangenheit wurde in der Fischer-stub’n schon immer kräftig gefeiert. „Und niemanden hat es gestört“, meint Winkelmeier. „Nicht einmal unsere Fledermäuse, die sich prächtig entwickelt haben in den letzten 40 Jahren.“ Geburtstage, Hochzeiten, Vereinsfeiern oder Faschingspartys – oft ging es hoch her am Baggersee. „Jetzt, wo die Frau Buck auftaucht, ist auf einmal alles mies“, wundert sich der Vereinsvorsitzende.
 
Im Moment läuft im Haus am See nur das Tagesgeschäft. „Aber wir brauchen Sicherheit“, betont Sandra Buck. „Ohne Events können wir auch kein Geld in die Hand nehmen.“ Die Schwestern wollen das verstaubte Lokal umbauen, eine Winterterrasse errichten, damit auch in der kalten Jahreszeit etwas geboten ist. „Die sollen uns halt arbeiten lassen“, fordert Sandra Buck. „Es geht ja auch um Jobs und Gewerbesteuer.“
 
Die Geschäftsfrauen sind bereit, für die Events noch mehr Pendelbusse einzusetzen, damit die Anwohner nicht unter dem Verkehr leiden. Sie wollen Missverständnisse beseitigen: „Die Leute glauben, hier geht es nur um Disco, Disco, Disco. Aber das stimmt nicht. Sollen sie uns doch besuchen und sich selber ein Bild machen.“
 
Drei ältere Herrschaften haben das gestern getan, auf ihrer Runde um den Baggersee: „Geben Sie nicht auf“, muntern sie die Bucks auf. „Echt toll ist es hier – ein super Flair“, meint Monika Seidl. Ihre Laufpartnerin Christa Herbinger nickt: „So etwas fehlte uns bisher: Jetzt kann man den See viel mehr genießen. Das steigert den Freizeitwert. Aber die haben doch für so etwas kein Gespür bei der Stadt.“ Johannes Seidl findet, der Oberbürgermeister sollte sich das Haus am See mal selber anschauen.
 
An OB Alfred Lehmann wollen sich jetzt auch Herrnbräu-Geschäftsführer Gerhard Bonschab und Rudolf Winkelmeier wenden. „Ein Leerstand bedeutet, dass der Kreisfischereiverein keine Einnahmen hat. Ich will das Lokal doch nicht als Asylantenheim vermieten“, meint der Vorsitzende.

 


Von Suzanne Schattenhofer
 
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  • Äpfel und Birnen (0)
    geschrieben am 16.05.2012 20:20

    ...hier werden wieder Äpfel mit Birnen verglichen!
    Was hat ein Gastronomiebetrieb mit Chillout-Lounge und Sonnenliegen mit einer Techno-Disco, die bis Sonntag Morgen geht, im Naturschutzgebiet zu tun? Hier wird mal wieder kräftig Meinung gemacht, mit "ARBEITSPLÄTZEN" ..... "LOHN und BROT" ha ha ha... da frage ich mich ob alle Gastronomiebetriebe in der Natur Nachts Techno Disco machen müssen um rentabel zu sein??
    Wir sprechen hier ja auch nicht von Existenzgründern, sondern von Gastronomen die mit Ihren bestehenden Lokalitäten bereits ein dickes Geschäft machen. Hier wird uns vorgegaukelt dass es um das Wohl der Allgemeinheit geht, aber in Wirklichkeit geht es um Gewinnmaximierung einzelner. Das erste "Haus am See":
    Per facebook wurden über 5.000 Leute eingeladen, mit der Konsequenz dass durch´s Wohngebiet zum See ca. 5 - 6.000 Autos von 22.00 bis 6.00 Uhr verkehrten. Was ist das nun für eine Steigerung des Erholungs- und Freizeitwertes?

    Autor:   chipmunk  (32)
    Beiträge: 3
  • Ingolstadt wird es nie lernen.... (0)
    geschrieben am 16.05.2012 14:29

    Wie gerne fahre ich wenn ich Zeit habe an die bayerischen Seen, den Chiemsee, den Schliersee und wie sie alle heissen. Dort finde ich Gastronomie am Ufer, Terrassen mit Sonnenliegen, Cafes, gute Restaurants und vieles mehr das den Erholungs- und Freizeitwert steigert.
    Oder um es mal auf den Punkt zu bringen:
    Dort kann man als junge Familie Spass haben und seine Freizeit geniessen!

    Und dann gibt es noch Ingolstadt.....
    Ein Traum von Freizeitparadies am Baggersee, Bademöglichkeiten für die man sich fast schämen muss in einer "Großstadt", Gaststätten ausser Betrieb , halbwilde Grillplätze in den Wiesen.
    Und dann kommen 2 mutige Frauen um endlich mal ein bisschen Pep und Freizeitwert für alle unter 80 und über 15 an den See zu bringen und werden in ihren Bemühungen von der Stadtverwaltung mit lächerlichsten Auflagen im Keim erstickt.
    Super Ingolstadt, kein Wunder dass die Leute mehrheitlich der Meinung sind das wird hier nie was mit dem Flair einer ländlichen Großstadt hier.

    Autor:   chevyuser  (35)
    Beiträge: 16
  • Nicht aufgeben..., (0)
    geschrieben am 16.05.2012 09:28

    vielleicht ein rot -grünes Kaffeekränzchen daraus machen .
    Ist doch schön in der Einsamkeit wo kaum einer hingeht .

    Autor: unbekannt
    Beiträge: 437
  • lieber aufgeben (0)
    geschrieben am 16.05.2012 08:27

    Wer die Kindergartenförderung beschnitten hat, wer den Stadtjugendring austrocknen lässt, wer Schwarzbauten alimentiert oder wg. "persönlicher Verwicklungen " Amigobauten in den Lohengebieten fördert hat schon andere Stürme merkelistisch ausgesessen .

    Man sollte eher gespannt sein welcher Parteifreund, nach den Bucks, mit umfassenden Freiheiten ausgestattet, dem Vorstand vorgeschlagen wird. Unverbindlich...

    Vielleicht suchen Daniela und Massimo noch einen kleinen Pinocchio Laden?

    Autor:   tilly_wiese
    Beiträge: 155
  • Ja wo man/frau halt hinsieht (0)
    geschrieben am 15.05.2012 23:43

    Ich glaube, der Blick bzw, die Scheärfe des Blickes der Stadt ist sehr unterschiedlich.
    Hier wird genau geschaut bei in der Nähe über Jahre schwarz gewachsenen Siedlungen wird drüber hinweg gesehen.
    Aber wer weiß schon, wen diese Leute kennen????

    Autor:   bernd
    Beiträge: 15
  • Nur nicht aufgeben!!! (0)
    geschrieben am 15.05.2012 22:58

    Veranstaltungen mit Musikdarbietungen, Livebands oder DJ-Auftritte seien nicht zulässig - seit ewiger Zeit wird dort getanzt und gefeiert. Das is doch ein Witz!!!

    Auf der Sommerterrasse darf keine Musik erklingen????


    Außerdem muss dort um 23 Uhr Schluss sein????

    Und der Gipfel ist ja überhaupt:

    Und die Gasträume im Inneren dürfen nicht als Tanzfläche genutzt werden.

    Ja Himmelherrgott, wo leben wir den überhaupt? Da geht Ihr schon aus der Innenstadt raus, an den einsamen Baggersee und dann gibts wieder Widerstand. Sauerei!!

    Ich kann nur sagen, bei der nächsten Wahl wird sicherlich NICHT schwarz gewählt.

    Autor: dermannaussrilanka
    Beiträge: 1



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