Ingolstadt: Hartes Training und Skiverbot
Hauser
Ingolstadt

Ab 14 Uhr ging es im Festsaal des Stadttheaters Schlag auf Schlag. Das Faschingskomitee Denkendorf eröffnete den Nachmittag, die wenigen Zuschauer (der heftige Schneefall war schuld) zeigten sich begeistert. Vor allem die Mütter und Väter waren gerührt, wenn die Kleinen oder Kleinsten - vor allem bei den Bambini der Narrwalla) - auf der Tanzfläche ihr Bestes gaben.

Der Kinderhofmarschall der Narrwalla, Maximilian Kett, moderierte routiniert, sagte die Garden an, rief die passende Musik ab und fand Zeit für ein Interview zwischendurch: "Ich bin seit drei Jahren alleine Kinderhofmarschall und mache es gerne." Die Schule, versichert er, leide nicht unter den Auftritten in der fünften Jahreszeit: "Da wird schon mal auf der Busfahrt zu einem Auftritt gelernt oder es werden Hausaufgaben gemacht." Ähnlich ist es bei René I. und Anna-Lena I., die beide in die achte Klasse gehen: "Natürlich ist es stressig", gibt die Prinzessin zu. "Aber unsere Noten sind nicht schlechter geworden." Der Prinz findet, es passe eigentlich. Das meinen auch die Mamas. Gabriela Gotsch, Mutter des Prinzen, und Michaela Katschke sagen, es sei eher besser geworden. "Sie fragen vor der Abfahrt oft, ob sie etwas zum Lernen mitnehmen sollen." Das finden die Mütter natürlich gut - bei 40 bis 50 Auftritten in dieser Faschingssaison. Sie sind aber auch immer dabei, wenn es zu Auftritten geht: "Wir sind viel unterwegs, kümmern uns, dass immer alles passt." So wurde es den beiden Familien seit September, als das Training startete, nicht langweilig.

Das kennt auch die Gardebetreuerin Erika Kett: "Jeden Samstag Training. Hartes Training." Und weil die Saison verletzungsfrei ablaufen soll, gibt es ein Skiverbot. Fußball? "Nein, das ist nicht verboten. Im Winter wird ja auch nicht so viel gespielt", sagt Kett, die bei Auftritten aufpasst, dass alle angezogen und alle da sind, die den Kindern gut zuredet und auch beruhigt oder mal tröstet, wenn sich einer den Fuß vertritt.

Dieser Gefahr ist Hofmarschall Maximilian Kett nicht ausgesetzt, fast nicht: "Ich muss eigentlich nicht tanzen." Natürlich kann er es, weil er beim Rock-'n'-Roll-Casino tanzt. Dennoch war ihm nicht so wohl in seiner Haut, als ihn ein Gardemädchen beim Krönungsball zum Tanz aufgefordert hat. "Das war nicht so toll", sagt der 16-Jährige. Auf Faschingstreffen moderiert und spricht er aber nur. "Inzwischen spreche ich frei. Früher habe ich die Reden aufgeschrieben und vorgelesen", erinnert sich der Zehntklässler.

Gestern Nachmittag traten im Festsaal die Kindergarden aus Denkendorf, Buxheim, Egweil und Schrobenhausen auf, dazu dreimal die Narrwalla Ingolstadt - die spektakuläre Narrwalla-Show 2016 inklusive. Die REB Reichertshofen war gestern zu ihrem Auftritt nicht gekommen.