Ingolstadt: Sanka wird nach Scheyern verlegt
"Die Ilmtalklinik ist stark in den Fokus gekommen", sagte Landrat Martin Wolf am Montagvormittag bei der Kreistagssitzung in Manching. "Ich trage mich mit dem Gedanken, hier eine Sondersitzung einzuberufen."
Ingolstadt

Voraussetzung für diesen temporären Abzug ist, dass der Rettungswagen in Rohrbach einsatzbereit ist. Das wurde bei der Verbandsversammlung in Ingolstadt bekanntgegeben. Mit der testweisen Verlegung soll die Versorgung in Gerolsbach, Jetzendorf, Scheyern und Reichertshausen verbessert werden. Das Institut für Notfallmedizin des Klinikums der Universität München hatte hier entsprechende Defizite festgestellt. Die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von zwölf Minuten könne in den vier Gemeinden nicht eingehalten werden.

"Der Rettungszweckverband muss hier unverzüglich handeln", betonte der stellvertretende Landrat von Pfaffenhofen, Anton Westner. Ansonsten mache man sich der Rechtsuntreue und des Organisationsverstoßes schuldig. Es sei wichtig, alle Gebiete innerhalb des Rettungszweckverbandes gleichwertig zu behandeln. "Vorrangiges Ziel für den südlichen Landkreis bleibt, einen fünften Rettungswagen zu bekommen." Gegenwärtig sind die Sankas in Geisenfeld, Reichertshofen, Rohrbach und an der Ilmtalklinik stationiert. Die zuletzt erfolgte Stationierung des vierten Rettungswagens in Rohrbach, hieß es, habe sich bewährt.

Durch die Verlegung werden die Einsatzzeiten in der Stadt Pfaffenhofen verlängert. Die Kommune hatte bezüglich der temporären Verlegung eine Reihe von Fragen gestellt, die sich vorrangig mit den Einsatzzeiten und Fahrzeiten befassen. Sie seien beantwortet worden, so Westner. ÖDP-Stadtrat Thomas Thöne legte Wert auf die Stellungnahme einer in Pfaffenhofen ansässigen Hilfsorganisation. Man sei in die Pläne anfangs nicht involviert gewesen, werde das Ergebnis aber akzeptieren, so der Geschäftsführer der BRK-Geschäftsstelle Pfaffenhofen, Herbert Werner. Wann die Verlegung des Sankas nach Scheyern vollzogen werde? "Zeitnah", so der Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes, Günther Griesche.

Die Probleme seien mit der Verlegung noch nicht gelöst, sagte Rudi Engelhard. Er verwies auf einen "breiten Streifen" zwischen Aresing und Petershausen. In 50 Prozent der Fälle könne auch hier die Hilfsfrist von zwölf Minuten nicht erreicht werden. "Wir müssen versuchen, auch diese Lücke zu schließen."