Marius-Pascal Jaklin (8) aus Ingolstadt wird den Cheeseburger aus dem McDonald's in der Innenstadt vermissen.
Marius-Pascal Jaklin (8) aus Ingolstadt wird den Cheeseburger aus dem McDonald's in der Innenstadt vermissen. Seine Mutter Karla Jaklin und er besuchen die Burgerkette schon seit Jahren. Dies wird wohl ihr letzter Besuch gewesen sein.
Eberl
Ingolstadt

Dem DONAUKURIER erschien er 1978, als die 77. deutsche McDonald's-Filiale in Ingolstadt eröffnet wurde, fast wie aus einer anderen Welt: der heute allseits bekannte Burger: "Ein dem deutschen Fleischpflanzerl sehr entfernt verwandtes Rinderhackfleisch, das als tiefgefrostete Scheibe angeliefert, gebraten und zwischen einem Brötchen - mit Tomatenketchup oder Zwiebeln oder gehackten Gurken oder einer Scheibe Käse geschmacksverbessert - als ,Hamburger' oder ,Cheeseburger' ausgeliefert wird", hieß es in einem Artikel. Damals wurde das unbekannte Wort "Burger" sogar in Anführungsstrichen geschrieben.

Heute sehen zahlreiche Ingolstädter einen beliebten Anlaufpunkt in der Filiale, egal ob morgens, mittags oder abends. "Wir kommen hier schon her, seit mein achtjähriger Sohn ein Baby ist. Die Mitarbeiter dort sind sehr nett und wir finden es schade, dass der Laden nun schließt", berichtet die Mutter von Marius-Pascal, der besonders den Cheeseburger schätzt.

Ein 48-Jähriger, der seinen Namen nicht nennen möchte, kann sich gut an die Anfänge des Schnellrestaurants erinnern, da er sie hautnah miterlebt hat. Der hohe Verbrauch an Plastik ließ die Burgerkette aus Amerika anfänglich in einem schlechten Licht erscheinen: "Es haben viele darüber geschimpft. Die Verpackungen waren ja alle aus Kunststoff." In den Sommerferien habe er als 18-Jähriger selbst einen Ferienjob in diesem Laden gehabt. Mit dem Rückzug des Burgerbraters aus der Innenstadt gehe ein Stück Nostalgie für ihn verloren.

Für Hannah und Luca (beide zehn) gibt es in der Stadt sonst "nichts Leckeres" mehr. Die beiden Fast-Food-Liebhaber gehen gerne und oft zu McDonald's und bleiben dort gerne mal länger sitzen. Auch Manuel Eder (13) und seine Mutter gehen nach dem Besuch beim Kieferorthopäden regelmäßig einen McFlurry essen.

Doch die Meinungen gehen auseinander: Doreen (21) ist von Burger und Chicken McNuggets weniger begeistert. Dennoch isst sie dort gerne ein Eis oder trinkt einen Cappuccino, weil es einer der wenigen Betriebe sei, die auch nachts geöffnet hatten. Ihre Mutter sieht das ähnlich. Kinder und Jugendliche sollten sich gesünder ernähren und nicht von fetthaltigen Produkten von Fast-Food-Ketten. "Das McCafé in dieser Filiale vermisse ich. Ansonsten hatte ich am McDonald's nie großes Interesse", sagt die Mutter.

Über die Frage, wer oder was nach dem Auszug der Burgerkette die Räume in der Moritzstraße übernimmt, wurde lange spekuliert. Sicher war jedoch schon früh, dass es sich bei dem Nachmieter erneut um eine Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme handelt. "Nach der Sanierung soll wieder eine Systemgastronomie einziehen", sagte Thomas Deiser vom Innenstadtgewerbeverein IN-City schon bevor dann feststand, dass B.Good der Nachmieter wird (siehe eigenen Artikel). Interesse hatte offenbar auch die Kette Dean & David - die aber nun nicht kommen wird, zumindest nicht in die Moritzstraße.

Übrigens: Was am 23. September 1978 mit einem Sektempfang, Blasmusik und einem kostenlosen Hamburger für die Besucher begonnen hat, endet nach der Schließung (Montagabend) am Dienstag, 16. Januar, ab 9 Uhr mit dem Verkauf der Möbel. Laut der Facebook-Seite des Burgerbraters werden für Fast-Food-Nostalgiker Stühle für 5 bis 10 Euro und Sessel und Lampen je nach Zustand für 30 bis 50 Euro verkauft. Aufgrund der jetzt schon signalisierten großen Nachfrage sollten Interessenten am Dienstag pünklich sein, um sich ein Einrichtungsstück zu sichern. Für die wegfallende Burgerfiliale ist laut dem Betreiber kein Ersatz-Standort vorgesehen; die vier anderen im Stadtgebiet sind nicht betroffen.

B.Good folgt auf McDonald's

Ingolstadt (tsk) Das Geheimnis um den Nachmieter für die McDonald's-Filiale in der Innenstadt ist gelüftet: Das Systemgastronomie-Unternehmen B.Good wird sich in den Räumen in der Moritzstraße ansiedeln. "Voraussichtlich im Mai/Juni", erklärte Geschäftsführer Christian Langer am Freitag auf Anfrage des DONAUKURIER. Wann genau, das hänge von der Umbauzeit ab.

B.Good wurde vor rund 15 Jahren in den USA gegründet, von da aus breitete sich das Franchise-Unternehmen bis nach Europa aus. In Deutschland gibt es bisher nur eine Filiale, und zwar in Nürnberg. Ingolstadt dürfte der dritte oder vierte Standort werden, vorher wird auf jeden Fall in München in der Weißenburger Straße eine Filiale eröffnet, wie der Geschäftsführer erklärte.

B.Good setzt laut eigener Aussage auf "gesunde schnelle Küche". Dazu gehört frisch zubereitetes Essen aus Schüsseln sowie Salate - aber auch Burger und Pommes Frites. Ob das dann so gesund sein kann, bleibt dahingestellt. Der Geschäftsführer versichert allerdings, dass man in den Lebensmitteln auf Zusatzstoffe verzichte, auf regionale Lieferanten setzen wolle, die dann auch fair bezahlt werden sollten.

Was auf den ersten Blick überprüft werden kann, sind die Aussagen zu den Ausmaßen der Filiale: Laut Langer wird B.Good nur das Erdgeschoss belegen, dafür soll es Außenbestuhlung geben. Wann die Filiale genau eröffnet, das werde sich erst beim aufwendigen Umbau zeigen. "Denn es wird alles neu", sagt Langer.