Abschied vom SB-Terminal: Die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt wird Anfang 2018 alle 54 Überweisungsautomaten in ihren Geschäftsstellen demontieren lassen. Die Geräte seien ohnehin an ihrer technischen Altersgrenze angelangt, heißt es im Vorstand. Andererseits soll offenbar eine Parallelstruktur zu Online- und (gebührenpflichtigen) klassischen Überweisungen in Papierform abgebaut werden.
Hammer
Ingolstadt

Bis auf Konten von Schülern, Auszubildenden und Studenten werden alle privaten Girokonten beim größten Kreditinstitut der Region zum 1. Januar 2018 auf ein neues Gebührenmodell umgestellt, das deutlich weniger Varianten aufweisen wird als bislang. Damit werden die bisherigen über 20 Kontoversionen, von denen etliche noch aus Altbeständen mit längst nicht mehr angebotenen Konditionen stammen, abgelöst.

Die Sparkasse wird alle Privatkunden schriftlich über die Änderungen informieren. In der nächsten Woche sollen hierzu rund 120.000 Briefe verschickt werden. Wichtig zu wissen ist für die Kunden auch, dass die Reform mit Änderungen in den Geschäftsstellen des Instituts einhergehen wird: Alle derzeit dort betriebenen SB-Terminals, an denen mit Tastatureingaben Überweisungen vorgenommen werden können, werden im Laufe des ersten Quartals 2018 demontiert und somit ersatzlos gestrichen. Sparkassenkunden haben dann ausschließlich die Wahl zwischen Onlinebanking und der klassischen Auftragserteilung mit Überweisungsträger, die allerdings (wie auch schon bislang) kostenpflichtig ist.

Sparkassenchef Jürgen Wittmann und sein für das Privatkundengeschäft zuständiger Vorstandskollege Karl-Heinz Schlamp haben die Neuerungen gestern in einem Pressegespräch erläutert. Man wolle die Änderungen schon im Vorfeld publik und verständlich machen, um sich nicht dem Verdacht unbegründeter Änderungen oder gar der Gewinnmaximierung auszusetzen, betonte Jürgen Wittmann gegenüber dem DK. Es bestehe hier auch überhaupt kein Grund zu Heimlichtuerei, da man den bevorstehenden Schritt sehr wohl rechtfertigen könne: Es gehe um die Sicherstellung gewohnt hoher Standards bei Kundenberatung und Kundennähe, die einfach personalintensiv seien und somit auch ihren Preis hätten.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank haben Geldhäuser quer über den Kontinent ihre liebe Mühe, noch kostendeckend zu arbeiten, geschweige denn Gewinne in früheren Dimensionen zu erwirtschaften. Weil die Quersubventionierung günstiger oder gar gebührenfreier Kontoführung über Zinsgewinne praktisch nicht mehr möglich ist, haben in den vergangenen Monaten bereits etliche Banken sowie genossenschaftliche oder kommunale Institute Kontogebühren erneut einführen oder erhöhen müssen. Nun also sieht sich auch die Sparkasse Ingolstadt-Eichstätt, die erst zum Jahresbeginn durch Fusion der vormals eigenständigen Geldhäuser in Eichstätt und Ingolstadt entstanden ist, zu diesem Schritt gezwungen.

Die Sparkassenvorstände betonen allerdings, dass dieses Zusammengehen überhaupt nichts mit dem neuen Kontomodell zu tun habe. Ohne die Synergieeffekte des Zusammenschlusses, so Jürgen Wittmann und Karl-Heinz Schlamp unisono, wäre der Kostendruck für jedes der ursprünglich selbstständigen Geldhäuser noch stärker gewesen, die jeweilige Gebührenanpassung also womöglich wesentlich deutlicher ausgefallen.

Mit dem neuen Kostenmodell sieht sich die Sparkasse in der Landschaft der kommunalen Institute in Bayern nach wie vor sehr gut positioniert: Man befinde sich im Gebührenranking dieser 68 Institute im hinteren Drittel, so die Vorstände. Die Umstellungen zum 1. Januar bedeuten laut Wittmann und Schlamp auch keinesfalls eine durchgehende Preiserhöhung für alle Privatkonten. Einige der künftig zehn Kontomodelle brächten für typische Nutzer sogar eine Vergünstigung mit sich. Als Grundmodell, das einige oft gefragte Serviceleistungen beinhaltet, bietet die Sparkasse künftig ein Girokonto zum Monatspreis von 3,50 Euro an. Das bisherige Modell "Giro Classic" mit weiteren Leistungen soll sich nach den gestrigen Informationen um 40 Cent auf 4,90 Euro verteuern.