Ingolstadt: Bad putzen im großen Stil
Foto: Cornelia Hammer
Ingolstadt

Anders als bei der Reinigung des heimischen Badezimmers erfordert die Reinigung der Donautherme einiges an Koordination. Geplant werden muss unter anderem, wann welches Becken geleert und wieder gefüllt wird. Denn das dauert. Einfach den Stöpsel wie bei einer Badewanne zu ziehen, ist nicht möglich. "Das Ganze muss langsam erfolgen", betont Centermanager Harald Schäfer. Im Schwimmbecken zum Beispiel üben 500 000 Liter Wasser einen permanent hohen Druck auf die Kacheln aus. "Wenn der zu schnell weg ist, könnte es sein, dass die Fliesen von der Wand abplatzen", erklärt Schäfer.

Ohne Wasser liegt derzeit bereits das Wellenbad da. So kann der Mechanismus, der die Brandung erzeugt, überholt werden. Anfang des Jahres wurde er schon einmal repariert, nachdem er nicht mehr nur Wellen, sondern auch laute Geräusche produzierte. Vor allem aber erhalten die Unterwasserscheinwerfer - die jetzt auf dem Trockenen liegen - neue LED-Leuchten. Insgesamt werden 38 energiesparende Lampen in verschiedenen Becken eingebaut. Allerdings nicht in allen. Die meisten Außenbecken bleiben bei der diesjährigen Revision - anders als bei der vergangenen vor zwei Jahren - gefüllt. Im Zuge der großen Umgestaltung des Erlebnisbades, die kommendes Jahr ansteht, stehen hier ohnehin umfangreiche Arbeiten an. Bis dahin sollten es die bestehenden Lampen noch tun. Wie genau der Umbau in einem Jahr vonstattengehen wird und wann, welcher Bereich deswegen geschlossen bleiben muss, ist noch nicht abschließend geklärt. Das 16 Jahre alte Wonnemar soll jedenfalls zu einem großen Gesundheits- und Erlebnisbad auf modernstem Stand umgebaut werden. 2019 soll alles fertig sein.

So weit ist es allerdings noch nicht. Derzeit hält die regelmäßige Revision alle Mitarbeiter des Wonnemar und etliche Arbeiter externer Firmen auf Trapp. Einiges gibt es in der finnischen Sauna zu tun. "Wo Menschen sind, gibt es Hautschuppen", erklärt Antje Seidl. Hygiene ist deswegen wichtig. Geputzt wird in der Sauna freilich nicht nur während der Revision, sondern auch während des Betriebs jeden Tag. Zum Einsatz kommt dabei ein spezielles Sauna-Reinigungsmittel. "Wir wollen hier ja nicht mit der Chemiekeule ran", sagt Seidl. Bei der Revision wird derzeit aber nicht nur intensiv geputzt, sondern auch das Holz und die Einrichtung kontrolliert. In einer Sauna mit vielen Aufgüssen herrscht naturgemäß ein feuchtes, heißes Klima. Darunter leidet auf Dauer die Holzeinrichtung. Auch die Aufgusssteine müssen regelmäßig erneuert werden. Warum wird auf den ersten Blick klar: schwarz schimmern die neuen, stumpf grau sind die alten Granitbrocken. "Das ist das Problem bei unserem kalkhaltigen Wasser", erklärt Seidl. Das ist nicht nur eine Frage der Optik. Die Steine mit Kalküberzug können Wärme nicht mehr so gut speichern.

Zum allgegenwärtigen Kalk kommt im Thalassobecken noch eine weitere Komponente hinzu: Das Meersalzwasser, mit dem das Becken sonst gefüllt ist, löst besonders leicht Eisenteile aus den Leitungen, weswegen sich schnell Rost bildet. Das bedeutet verstärkten Einsatz an den Schrubbern. Die Salzwasserdämpfe setzen auch dem Wandgemälde über der Beckenlandschaft zu, das eine mediterrane Szenerie zeigt. Da müssen die Mitarbeiter außer zu Bürste und Lappen auch immer wieder zu Pinsel und Farbe greifen und das Bild etwas aufhübschen, wie Wonnemar-Sprecherin Simone Göller berichtet. Hinter dem Tresen am Kiosk und im Atrium wird ebenfalls gemalert. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Rutschen gelegt. Mit Schleifmaschinen, Silikon und Kleber wird sichergestellt, dass sie völlig glatt bleiben und sich keine Badehose in einer Unebenheit verfangen kann.