Auf das Thema gestoßen waren die Ortsteilpolitiker durch einen DK-Bericht vom Januar, der sich mit den Planspielen im Rathaus beschäftigt hatte. Dort war erörtert worden, dass sich die städtische Tochtergesellschaft IFG bereits um Grunderwerb auf einem Geländestreifen unmittelbar westlich von ICE-Trasse und Umgehungsstraße bemüht und wohl auch schon Parzellen auf Ettinger Flur erworben hat. Langfristig soll so die Möglichkeit entstehen, über eine zusammenhängende größere Fläche verfügen zu können - die Grundvoraussetzung zur Überplanung für ein mögliches Gewerbegebiet.

Bürgermeister Albert Wittmann, bekanntlich selber Ettinger, hatte seinerzeit gegenüber dem DK von einem zeitlichen Horizont von "fünf bis acht Jahren" für eine mögliche Umsetzung der Idee gesprochen, OB Christian Lösel in einem Antwortbrief an die Fraktion der Grünen im Stadtrat das Jahr 2021 als frühestmöglichen Zeitpunkt für eine Realisierung genannt.

Durchweg vage Angaben - doch für Mitglieder des Ettinger Bezirksausschusses bereits Anlass, sich in Habtachtstellung zu bringen. Besonders laut hatte die Alarmglocke offenbar beim stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Müller (FW) geläutet. Er hatte in einer Anfrage an die Verwaltung um Aufklärung gebeten, allerdings in der am Mittwoch im BZA verlesenen Antwort auch keine klaren Fakten genannt bekommen. Auch hier war wieder von unbestimmten Erwägungen ohne konkrete Zeitvorgaben die Rede. Als Hintergrund gibt die Stadt lediglich - wie auch schon im Januar im DK zu lesen war - den allgemeinen Bedarf an Gewerbeflächen an. Die stehen nämlich in anderen Stadtteilen kaum noch zur Verfügung.

Bedarf hin oder her - in Etting möchte man weder jetzt noch in fernerer Zukunft neue Firmenhallen am Ortsrand entstehen sehen. Besucher der Bezirksausschusssitzung ließen am Mittwochabend im TSV-Sportheim keinen Zweifel daran, dass sie für die Überlegungen im Rathaus wenig empfänglich sind. Etting sei von Hauptverkehrsachsen durchschnitten und von Umgehungsstraßen eingekreist, die Bürger hätten mit der ICE-Trasse und den Ortsumgehungen sowie mit der Treuchtlinger Bahnstrecke im Süden auch bereits genug Lärmquellen in der Nähe.

"Da wird dann wieder gutes Ackerland versiegelt; da gibt's sicher auch andere Flächen", wurde in den Zuschauerreihen gemutmaßt, drohende 24-Stunden-Schichten bei neu angesiedelten Audi-Zulieferern und jede Menge neuer Verkehr, der den Ort weiter belasten werde, wurden an die Wand gemalt. Man wolle im Ettinger Osten noch spazieren gehen können, ohne auf neue Hallen blicken zu müssen, hieß es weiter. Der Appell an die BZA-Mitglieder war klar: "Ihr müsst von vornherein klarmachen, dass Etting dagegen ist."

Das tat das Gremium denn auch. Einstimmig wurde beschlossen, im Rathaus die ablehnende Haltung im Ort deutlich zu machen. Manfred Müller hatte allerdings zuvor schon Zweifel angemeldet, ob man sich als BZA überhaupt gegen übergeordnete Wirtschaftsinteressen durchsetzen kann: "Nimmt die Stadt unsere Abstimmung überhaupt ernst"