Spalt: Neuer Ernterekord bei den heimischen Hopfenbauern
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Spalt

Allerdings erlebten die Lieferanten in den vergangenen Monaten ein wahres Wechselbad der Gefühle: Denn das ungünstige Wetter sorgte erst für Schreckensmeldungen bei den Hopfenbauern und dann auch bei denjenigen Landwirten, die Gerste anbauen. Auf beiden Seiten verwandelte sich der Schreck aber noch in halbwegs gute bis sehr gute Nachrichten.

Der Spätfrost Anfang Mai und vor allem die anschließende Trockenperiode machten vor allem dem Hopfen zu schaffen, wie Werner Wolf zurückblickte. Im Juli habe sich dann aber das Blatt gewendet. Überdurchschnittlicher Niederschlag sorgte für "hervorragend ausgebildete Dolden", wie der Leiter des Rother Landwirtschaftszentrums bilanzierte.

Neben der Qualität stimmte auch die Quantität: Insgesamt 14 700 Zentner Hopfen wurden geerntet - das waren sogar 100 mehr als im Spitzenjahr 2016. Was die Freude der Hopfenpflanzer sogar noch steigert: Trotz des hohen Angebots auf dem Markt müssen sie derzeit keine Angst vor einem Preisdruck haben. Denn die Nachfrage ist weiterhin sehr hoch, was vor allem an dem immer noch boomenden Craft-Bier-Markt vor allem in den USA liegt. Dieser Trend verschlingt weiterhin große Hopfenmengen, auch wenn das Wachstum nicht mehr wie in den vergangenen fünf Jahren im zweistelligen, sondern nur im einstelligen Bereich liege.

Diesem Trend sei es auch zu verdanken, dass in Deutschland die sogenannten Flavorsorten wie "Mandarina Bavaria" und "Amarillo" sehr gefragt sind. So schilderte es Johann Pichlmaier, Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer, beim Rohstofftag. Und auch für das kommende Jahr gelte: "Der Hopfen kann wachsen wie er will - er wird auf jeden Fall gebraucht."

Die hervorragende Ernte in Spalt - deutschlandweit gesehen war sie dagegen nur durchschnittlich - macht sich auch bei der hiesigen Hopfenverwertungsgenossenschaft (HVG) bemerkbar. So gibt es zwar eine neue Kühlhalle, die aber schon heuer an ihre Kapazitätsgrenze kam, wie Geschäftsführer Frank Braun deutlich machte. Die Erfüllung der Lieferverträge "ist aber gesichert", konnte er die Nerven der Kunden beruhigen.

Deutlich schwieriger ist dagegen die Lage bei der Braugerste. Die Qualität stimmt zwar auch hier, doch die Erntemenge ist das Problem. Eine Million Tonnen Gerste fehlen deutschlandweit. Diese Masse muss nun importiert werden. Die Anbaufläche für Braugerste in Deutschland müsse unbedingt vergrößert werden, forderte Einkäufer Stephan Bergler vom Kulmbacher Malzproduzenten Iresko klar.

Die Anbaufläche für Braugerste auch in Bayern zu erweitern, ist eines der erklärten Ziele des Wasserpakts im Freistaat, wie Maria Stichlmair von der Regierung von Mittelfranken ausführte. Schließlich sei die Braugerste ein äußerst grundwasserfreundlicher Rohstoff. So trage sie zu einem sauberen Brauwasser bei und beides zusammen ergebe ein reines Bier, wie Walter König im Namen des Vereins zur Förderung des Bayerischen Qualitätsgerstenanbaus ergänzte.