Spalt: Zwei Majestäten ziehen Bilanz
Ein letztes Prosit der Majestäten: Spalts Hopfenkönigin Barbara Müller (links) und Bierkönigin Julia Baierlein. - Foto: Leykamm
Spalt

Beide sind hübsch, redegewandt, gesellig und verfügen über ein bezauberndes Lächeln, das so gut wie nie aus dem Gesicht verschwindet. Ob beruflich, privat oder als Majestät. Und so scheuen sich die beiden auch nicht, sich in legerer Kleidung, aber mit Schärpe und Krone dem finalen Pressegespräch zu stellen. Die Mittzwanzigerinnen erinnern sich sehr gerne an die vergangenen beiden Jahre zurück, als sie mit glänzendem Zepter regierten und repräsentierten.

Was ihnen vorzüglich gelang. So sagt es zum Beispiel Helga Klüh, die Tourismuschefin in Spalt: "Ihr wart außerordentlich gute Königinnen." Die beiden "sind einfach sensationell gewesen", schließt sich Bürgermeister Udo Weingart an.

Dass ein solches Ehrenamt sehr zeitintensiv ist, wird schnell deutlich. In den zwei Jahren galt es, über 50 Termine zu absolvieren. Darunter auch welche, die richtig herausfordern. Wie etwa der Besuch in Spalts Partnerstadt St. Cloud. Sie ist nicht nur viel größer als die Hopfen- und Bierstadt im Landkreis Roth, sondern verfügt auch über eine höhere Feuerwehrleiter. Von ganz oben durften die Hoheiten dort die Menge begrüßen. "Dabei habe ich eigentlich Höhenangst", sagt Müller. Doch kneifen galt da natürlich nicht. Einschlägig in Erinnerung bleiben wird Baierlein eine Rundreise durch die heimischen Lande, die in Allmannsdorf bei der "Burning Beach Party" endete: "Mit Stöckelschuhen im Sand gar nicht so einfach!"

Die vielen Buttons an den beiden Schärpen künden von den vielen Stationen, Erlebnissen und Begegnungen. Mit den Chefs der Hopfen- und Brauerorganisationen galt es sich auszutauschen, aber so manches Mal auch mit dem Ministerpräsidenten, der die jungen Frauen auch zum Neujahrsempfang lud. Bei der Landesausstellung in Aldersbach anlässlich des 500. Jahrestags des Reinheitsgebots durften sie natürlich auch nicht fehlen.

Am Anfang sei es gar nicht so leicht gewesen, immer wieder in Bierzelten und Hallen das Mikrofon in die Hand gedrückt zu bekommen. Irgendwann aber seien dann die Worte wie von selbst aus ihnen herausgeflossen. Ob beim Fassanstich oder bei Hopfenrundfahrten - mindestens eine der beiden Königinnen war immer dabei.

"Es fällt schon schwer zu gehen, aber es sollen auch andere in den Genuss unserer Ämter kommen", sagen die beiden. Wer auch immer künftig regieren wird, für den gilt: "Ein gewisses Improvisationstalent ist nicht verkehrt", sagt Weingart. Denn unter anderem müssen auch mal drei Kirchweihen in Folge besucht werden. "Da habe ich mich oft schon auf der Arbeit umgezogen", sagt Julia Baierlein, die bei der Sparkasse tätig ist. Für Barbara Müller keine Option, sie arbeitet bei Bosch in Stuttgart.

Bei so vielen Terminen war es natürlich wichtig, verschiedene Gewänder zur Verfügung zu haben. So gab es je eins für feierliche Anlässe und eins, mit dem sich dem Wetter besser trotzen ließ. Alle vier Dirndl wurden von der Schwester der Hopfenkönigin maßgeschneidert. Wer die neue Hopfenkönigin wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Nachfolgerin von Julia Baierlein, die als Bierkönigin am Brauereifestsonntag ihren letzten großen Auftritt hat, steht dagegen schon bereit.