Roth: Klares Bekenntnis zur Zukunft in Roth
Den Leoni-Standort Roth zeigt Geschäftsführer Wolfgang Lösch (rechts) der Gruppe um CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt (3.v.l.) und ihrer Stellvertreterin Marlene Mortler (2.v.r) sowie dem Rother CSU-Vorsitzenden Heinz Bieberle (links) und Landtagsabgeordneten Volker Bauer (Mitte). - Foto: Messingschlager
Roth

Veranstalter war die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt.

Normalerweise lade der jeweilige Landesgruppenchef Hauptstadtjournalisten in seinen Wahlkreis ein, so Hasselfeldt. Um etwas mehr Bayern zu zeigen, sei man schon im vergangenen Jahr in Landshut gewesen. Und nun Franken, denn: „Was liegt näher, als in den Wahlkreis von Marlene Mortler zu fahren, die ja eine meiner Stellvertreterinnen ist.“

Erste Station im Landkreis Roth ist am Montag der Leoni-Konzern gewesen. Geschäftsführer Wolfgang Lösch führte die Besuchergruppe nicht nur durch das Werk, sondern nahm diese auch mit in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Konzerns sowie des traditionsreichen Standorts Roth. Obwohl die Leonischen Werke Roth-Nürnberg erst 1917 gegründet wurden, ist der Grundstein in Roth bereits im 16. Jahrhundert gelegt worden. Vertriebene Hugenotten hatten begonnen, in Mittelfranken leonische Waren herzustellen.

Die Leoni AG beschäftige heute über 70 000 Mitarbeiter weltweit und habe 2014 einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro erzielt, so Lösch. Die Hauptstandbeine seien Bordnetze sowie Drähte und Kabel. Am Standort Roth seien 860 Mitarbeiter beschäftigt, die Kabel und Drähte für Automobilindustrie, Medizin und Kommunikation herstellten. „Rund 90 Prozent produzieren wir hier für die Automobilindustrie.“ Alleine im vergangenen Jahr verließen 400 000 Kilometer Autokabel das Rother Werk.

Die VW-Krise hat letztlich auch dafür gesorgt, dass der Kurs von Leoni vor Wochenfrist um bis zu 40 Prozent einbrach. Die Märkte seien nervös, da werde auf alles reagiert, was irgendwie mit Automobilen zu tun hat, sagte Firmensprecher Sven Schmidt.

An den Plänen, demnächst den Standort mitten in der Stadt zu verlassen, um an der Lände die „Fabrik der Zukunft zu bauen“ ändert das aber nichts. Lösch bekräftigte, am Kanal „eines der modernsten und leistungsfähigsten Kabelwerke Europas zu bauen“. Im März wurde dazu von der Stadt das 134 000 Quadratmeter große Grundstück im Industriegebiet „An der Lände“ gekauft. Dort sollen Gebäude mit einer Gesamtfläche von 48 000 Quadratmeter entstehen. „Wir wollen in allen Belangen Ausrufzeichen setzen“, sagte Lösch. Die „Fabrik der Zukunft“ werde nicht nur ein hochmoderner Produktionsstandort sein, sondern gleichzeitig ein Kompetenzzentrum und Dienstleistungsstandort für den gesamten Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions. Die Gebäude werden auch ein Labor- und Entwicklungszentrum sowie ein Aus- und Weiterbildungszentrum beinhalten.

Es habe natürlich zum Standort bei einem weltweit tätigen Konzern Diskussionen gegeben, verriet Lösch. Aber man sei der Stadt verpflichtet, es sei ein Bekenntnis zum fränkischen Standort und zu den eigenen Wurzeln. Lösch nannte auch einige konkrete Daten. So sollen bereits 2017 zum 100-jährigen Bestehen Feierlichkeiten in der Fabrik der Zukunft stattfinden. 2018 soll die Fabrik dann eröffnet werden. Der dann bevorstehende Umzug wird aus seiner Sicht noch einmal ein ganz besonderer Kraftakt. „Da werden nicht einfach am Wochenende mal ein paar Werkbänke verschoben.“ Das sei eine „Operation am offenen Herzen“, bei der man sich keinen Ausfall erlauben dürfe.