Hip live 2017
Zwischen Trauer und Lebenslust pendeln die Songs von Elena Jank.
Christa Bleisteiner
Elf Bands auf sechs Bühnen spielen für Musikbegeisterte aller Altersklassen in der Stadt. Nachdem das Festival im vergangenen Jahr ins Wasser gefallen war, bleibt es diesmal vom Regen verschont. Wegen der ungemütlichen Temperaturen sind die Besucherzahlen zwar nicht so enorm wie bei der zweiten Auflage 2015, dennoch ist die Resonanz beachtlich.

Sandra und Mella aus Zell sind das erste Mal bei HIP live dabei und haben sich vorgenommen, an allen Bühnen vorbeizuschauen. Sie stehen gerade am Marktplatz, wo die Gredinger Band Sajojo ihre Zelte aufgeschlagen hat. Die siebenköpfige Formation liefert gelungene Coverversionen von den Dire Straits, Supertramp und Police ab, überrascht aber auch durch gute Eigenkompositionen.
Fotostrecke: HIP Live Musikfestival 2017


Mit diesen glänzt auch Elena Jank. Die Liedermacherin singt im Café Grimm durchwegs Stücke aus eigener Feder. Diese sind oft nachdenklich und ein wenig traurig, versprühen aber auch pure Lebensfreude, die Elena Jank mit ihrer liebenswerten Ausstrahlung verkörpert. Das Mädchen mit der Gitarre singt sich schnell in die Herzen der Besucher.

Zwei Männer und zwei Gitarren: Das ist das Duo November, das im Residenzhof Lieder und Balladen aus den 60er Jahren bis heute zum Besten gibt. Hier sind auch Mella und Sandra mittlerweile angekommen und lauschen dem synchronen Gitarrenspiel und den warmen Stimmen von Harry Rödig und Albin Hannich. Der Bandname ist an diesem Abend Programm, denn die Temperaturen kommen dem Monat November ziemlich nah.

„Aller guten Dinge sind drei“ trifft wohl auf das Trio BlackByrd aus Thalmässing zu, das sich mit Elena Jank im Café Grimm auf der Bühne abwechselt. Das Trio serviert Acoustic-Folk-Rock und beweist, dass gecoverte Musik, gespickt mit eigenen Ideen, begeistern kann. Hans Seidl, Peter Hauke und Christine Schabdach haben sich unter anderem der Musik von Neil Young, Bob Dylan und den Eagles angenommen.

Effektvoll setzen sich Jazz me up aus dem Großraum Nürnberg am Döderleinsturm in Szene. Die Band verbreitet mit swingenden, jazzigen Tönen entspannte und angeregte Stimmung. Fest in der Hand von Lederhosen und zünftiger Stimmung ist dagegen der Innenhof im „Schwarzen Roß“. Hochkarätige Blasmusik, gemixt mit modernen Arrangements und jugendlichem Charme. Das ist das Erfolgsrezept der Fexer aus Berngau und den Hilpoltsteinern Hip da Banda, die ihr Publikum auf eine Reise in die Welt der Blechmusik mitnehmen. Während die Fexer in der Besetzung aus Tuba, Trompete und Kuhlohorn sich als „kleinste Blasmusikkapelle der Welt“ bezeichnen, fahren die acht Musiker der Brass-Formation Hip da Banda mit Trompeten, Posaunen, Tuba und Schlagzeug größere Geschütze auf.

Mella und Sandra ziehen derweil ein Zwischenresümee: „Die Bands sind mega“, sagt Mella und Sandra pflichtet ihr bei. Jetzt wagen sich die beiden auf die Burgruine, die fest in der Hand von Rock- und Metalfans ist. Laute, wuchtige Bässe dröhnen aus den Boxen, als die Nachwuchsband Battery High aus Hilpoltstein eigene Lieder zum Besten gibt, die sich genretechnisch zwischen Rock und Metal bewegen. Freunde der noch härteren Gangart kommen beim Auftritt von Knockout Concept mit Postcore, Popcore und Metalcore auf ihre Kosten. Premiere feiern At The Jerryhouse aus Allersberg mit Indie Rock. Zum Abschluss haben Devil’s Ambulance klassischen Thrash Metal im Gepäck, ehe kurz vor Mitternacht wieder Ruhe rund um das Burggelände einkehrt.