Pfarrerin Verena Fries und Pater Witold segnen die Fahrzeuge und stellen sie damit unter den Schutz Gottes.
Pfarrerin Verena Fries und Pater Witold segnen die Fahrzeuge und stellen sie damit unter den Schutz Gottes.
Heubusch
Hilpoltstein
Der stellvertretende Ortsbeauftragte Karl-Heinz Stark zeigte sich erfreut über die zahlreichen Gäste und die Vertreter aller Hilfsorganisationen. Besonders hieß Pfarrerin Verena Fries und Pater Witold willkommen, die die Segnung der Fahrzeuge vornahmen.

Maximilian Rupp, der Vorsitzende der Helfervereinigung und zugleich Schirrmeister im Ortsverband, stellte die neuen Fahrzeuge vor. Die Helfervereinigung habe seit ihrer Gründung im Jahr 1986 dem Ortsverband Fahrzeuge und Gerätschaften im Gesamtwert von rund einer halben Million Euro zukommen lassen. Auch das neue Fahrzeug, das jetzt übergeben wurde und einen Wert von rund 40 000 Euro habe, sei von dieser finanziert worden.

Rupp betonte, dass sich sicherlich viele Menschen fragen würden, weshalb der Helferverein für das THW ein Fahrzeug beschaffe, obwohl das THW eine „Bundesanstalt“ sei? Schließlich müsste dort doch genügend Geld vorhanden sein, um ein solches Fahrzeug zu kaufen. Doch habe man sich bei einer Befragung lieber für eine bessere Ausstattung des Ortsverbandes und damit einen neuen Mannschaftswagen entschieden, damit die Helfer befördert werden können. Leider sei damit die Ausmusterung des bisherigen Fahrzeugs (Baujahr 1978), das von der Jugend benutzt wurde, verbunden.

In Absprache mit dem Vorstandsteam wurde entschieden, dass man ein Fahrzeug mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht beschaffen wolle, damit jeder Helfer damit fahren könne. Der Wagen wurde von einem Hilpoltsteiner Händler geliefert, die Elektrik und den Aufbau besorgten Firmen aus Feucht. Das Fahrzeug sei ein Renault Master mit Doppelkabine und einer Pritsche mit drei Metern Länge und Planenaufbau.

Ehe Maximilian Rupp den Schlüssel für das neue Fahrzeug an Werner Hentschel übergab, gab er noch einen Einblick in die Helfervereinigung. Das letzte große Fest sei die Halleneinweihung im Mai 2014 gewesen. Für diese habe die Helfervereinigung rund 60 000 Euro und für einen Gabelstapler weitere 10 500 Euro ausgegeben. Das Geld stamme aus Spenden oder dem Gewinn von Veranstaltungen.

Der Ortsbeauftragte Werner Hentschel zeigte sich über die Beschaffung des neuen Fahrzeuges durch die Helfervereinigung hocherfreut und betonte, dass es durchaus nicht üblich sei, dass man „zum Dienst sein eigenes Werkzeug“ mitbringe. Das Fahrzeug ersetze einen rund 40 Jahre alten Mannschaftslastwagen, der über die ganze Zeit gute Dienste geleistet habe. Doch sei es gut, jetzt ein kleineres Fahrzeug zu haben.

Große Probleme bereitete jedoch die Ersatzbeschaffung von anderen Fahrzeugen, da nach dem Ende des „Kalten Krieges“ die Mittel für den Katastrophenschutz deutlich reduziert worden seien. Somit sei auch wesentlich weniger in neue Technik investiert worden, fuhr Hentschel fort. Wie er weiter erwähnte, habe die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, vor einigen Jahren ein Treffen der THW-Ortsverbände Hilpoltstein, Lauf und Roth mit dem damaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und später auch mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ermöglicht. In diesen Gesprächen konnten sie all ihre Sorgen und Nöte ansprechen, um die Finanzsituation des THW zu verbessern. Schließlich habe der Bundestag ein Sonderprogramm zur Investition beschlossen und die Mittel für das THW aufgestockt. Alle seien erfreut, dass dies von Mittelfranken aus angestoßen worden sei.

Leider sei damit die Fahrzeugsituation noch nicht besser geworden. Denn der Lkw-Kipper mit Ladekran, der seinerzeit bei der Autobahnmeisterei ausgemustert wurde und durch das THW übernommen und renoviert wurde, sei eigentlich nur eine Übergangslösung gewesen. Doch jetzt habe der TÜV das Fahrzeug ausgemustert.

Wie Hentschel weiter erläuterte, könne man beim THW davon ausgehen, dass Beschaffungen sehr lange dauern. Hiervon sei auch der neue GKW2 (Gerätekraftwagen Typ-2) betroffen gewesen, der eigentlich bereits vor fünf Jahren zugesichert war und nunmehr eingetroffen ist.

Übergangsweise habe der OV einen neuen MLW4 (Mannschaftslastwagen Typ-4) erhalten, der mit Ladebordwand und Rollcontainern ausgestattet ist. Dies sei für den OV eine sehr gute Lösung, da das Fahrzeug sehr schnell entladen werden könne und dann als Transportfahrzeug eingesetzt werden kann. Bereits seit längerem im Dienst sei der FmKW (Fernmeldekraftwagen), der auch schon unterwegs gewesen sei. Doch sollte auch er den kirchlichen Segen erhalten.

Landrat Herbert Eckstein und Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl dankten allen, die dazu beigetragen hätten, das viele Geld, das die Helfervereinigung investiert habe, zu erwirtschaften. Sie hoffen, dass alle Aktiven immer gut von ihren Einsätzen zurückkommen.