Hilpoltstein: Längeres Warten auf schnelleres Internet
Eine von fünf aktuellen Baustellen für schnellere Internetverbindungen gibt es in der Sperberstraße. Ab November sollen Teile des Wohngebiets über dem Rothsee, der Bereich zwischen Gänsbach und Heidecker Straße sowie einige Straßen östlich der Heidecker Straße über schnellere DSL-Leitungen verfügen. - Foto: Bader
Hilpoltstein

Als ein "Geduldsspiel" bezeichnete Bürgermeister Markus Mahl in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend den Weg zu schnelleren Internetverbindungen im Hilpoltsteiner Stadtgebiet. Erst habe man ein Dreivierteljahr auf den Förderbescheid von der Regierung von Mittelfranken warten müssen. Und jetzt verzögerten sich auch noch die Arbeiten der Deutschen Telekom.

Diese hatte die Ausschreibung gewonnen und daraufhin im April dieses Jahres einen Vertrag mit der Stadt Hilpoltstein zum Ausbau der Internetverbindung in einem Großteil der Ortsteile und in Teilen des Stadtgebiets geschlossen. Gemäß dieses Vertrags hätten die Arbeiten ein Jahr nach der Unterzeichnung erledigt sein müssen, erläuterte Mahl. Als Begründung führte die Telekom die hohe Auslastung bei sich und den beauftragten Tiefbaufirmen an. "Wir als Stadt können jedenfalls nix dafür", sagte Mahl. "Wir müssen auf unseren Partner warten." Und dieser Partner wird nun nicht vor Ende 2018 fertig.

Doch nicht überall im Stadtgebiet geht es so schleppend voran mit dem Ausbau des Breitbandnetzes: Schon ans Glasfasernetz angeschlossen ist inzwischen Marquardsholz. In diesem Ortsteil arbeitet aber nicht etwa die Deutsche Telekom, sondern die Firma inexio, die vor drei Jahren das Beilngrieser Unternehmen P2systems übernahm. 139 Haushalte profitieren hier vom Vectoring-Ausbau, heißt es in der Übersicht der Stadtverwaltung zum Breitbandausbau. Das bedeutet, dass nur der örtliche Verteilerkasten an das Glasfasernetz angeschlossen ist. Am Anschluss der einzelnen Haushalte hat sich nichts geändert. Dennoch stehen nun Internetgeschwindigkeiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde im Download und 2 Megabit pro Sekunde im Upload zur Verfügung. Die ersten Kunden in Marquardsholz haben laut Stadtverwaltung bereits einen neuen Vertrag abgeschlossen.

Aber auch im Hilpoltsteiner Stadtgebiet können viele Bürger bald schneller durchs Internet surfen. Die Deutsche Telekom schließt bis November fünf Verteilerkästen an das Glasfasernetz an. Dabei handelt es sich um zwei Verteiler in der Heidecker Straße, zwei im Baugebiet über dem Rothsee (Zum Feldkreuz und Sperberstraße) sowie einen am Altstadtring (nähe Norma).

Ab dem Herbst 2018 will die Deutsche Telekom dann die Anschlüsse in den Nahbereichen um die Vermittlungsstellen in der Hilpoltsteiner Pfalzgrafenstraße und in Meckenhausen (für fast den gesamten Ort) mit Vectoring-Technik ausrüsten. Damit soll bis Anfang 2019 eine Verdopplung der bisherigen Netzgeschwindigkeiten in diesen Bereichen ermöglicht werden.

Am längsten auf schnelles Internet warten müssen die kleinen Hilpoltsteiner Ortsteile, die erst im dritten Förderverfahren zum Zug kommen. Doch dafür dürfen diese Haushalte dann mit der besten verfügbaren Technik überhaupt rechnen. Bis 2020 erhalten die kleinen Ortsteile über das sogenannte Höfeprogramm einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude. Auf diese Weise werden Geschwindigkeiten von 150 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und mindestens 20 Mbit/s im Upload erreicht.

Eine höhere Leistung als in den kleinen Ortsteilen erreichen beim Ausbau, den die Telekom für die größeren Ortsteile und Teile des Stadtgebiets jetzt auf Ende 2018 verschoben hat, nur 94 Anschlüsse. Weitere 131 Anschlüsse erreichen laut Telekom dann immerhin 50 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload. Der Großteil - exakt sind es 1433 Anschlüsse - erhält mindestens 30 Mbit/s im Download und 10 Mbit/s im Upload.