Das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Forster ist unerlaubt abgerissen worden.
Das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Forster ist unerlaubt abgerissen worden. Das Landratsamt Roth hat eine Baustopp verhängt.
Bader
Hilpoltstein
Das Haus der ehemaligen Metzgerei, in dem zuletzt ein Pizzaservice untergebracht war, sollte den Plänen zufolge komplett stehen bleiben. Auch das Nebengebäude der Metzgerei, das bis vor kurzem einem Büro der Rummelsberger Anstalten Platz bot, sollte nicht abgerissen werden.

So zumindest sah es der ursprüngliche Bauantrag des neuen Eigentümers, der Firma HT-Group aus Heideck, vor. Im Inneren der ehemaligen Metzgerei waren unter anderem ein Treppenhaus und neue Büroräume geplant. Der größte Teil der ursprünglich vorgesehenen Büroräume hätte wie das geplante Restaurant und die neue Filiale der Sparkasse im großen, backsteinverkleideten Bau untergebracht werden sollen.

Von einem Abriss oder Teilabriss der benachbarten kleinen Gebäude war auch bei der späteren Nutzungsänderung nicht die Rede, als sich die HT-Group völlig unerwartet entschloss, doch lieber ein Hotel in dem großzügigen Sparkassenkomplex unterzubringen.

In allen Plänen war das Gebäude der ehemaligen Metzgerei Forster vom Erdgeschoss über das Obergeschoss bis einschließlich zum Dachgeschoss als unangetasteter Bestandsbau eingezeichnet. Vorgesehen waren ausschließlich ein paar neue Fensterdurchbrüche und es sollten vier Dachgauben entstehen. Zusätzlich waren Änderungen der Innenräume und eine Verbindung mit dem Nebengebäude geplant.

Doch dann rückte vor rund drei Wochen der Bagger an - und innerhalb weniger Tage war das gesamte Gebäude bis auf die Grundmauern abgerissen. Daraufhin hat das Landratsamt Roth alle weiteren Arbeiten untersagt. Franz Hofbeck von der Heidecker Firma HT-Group wollte den Abriss vor drei Wochen auf Nachfrage unserer Zeitung nicht kommentieren und war auch gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

"Der Baustopp wurde verhängt, weil das Gebäude abweichend vom Bauantrag abgebrochen wurde", fasst Josef Haußner vom Landratsamt kurz zusammen. "Eine Fortsetzung der Arbeiten ist aus verfahrensrechtlichen Gründen nicht möglich, weil der Bau nicht mehr dem Antrag entspricht."

Das Gebäude stand laut Haußner zwar nicht unter Denkmalschutz. Jedoch galt der Ensembleschutz der Stadt Hilpoltstein, der Änderungen an der Fassade stark einschränkt. Denkmalgeschützt ist allerdings der historische Gewölbekeller, der sich unter der alten Metzgerei befindet. Dieser Keller liegt laut Haußner zur Christoph-Sturm-Straße hin und ist von den bisherigen Abbrucharbeiten nicht betroffen. "Der Baustopp heißt aber nicht, dass das Gebäude nicht grundsätzlich wie geplant genehmigungsfähig ist", betonte Haußner. Vielmehr liege es eben jetzt an der Stadt Hilpoltstein, den Antrag unter den neuen Bedingungen noch einmal zu prüfen und gegebenenfalls neu zu genehmigen.