Ideen entwickeln, Wünsche formulieren, diese kreativ präsentieren und anschließend deren Umsetzung mit Bürgermeister Manfred Preischl und den Mitgliedern des Stadtrats diskutieren - das ist das Konzept der Jugendzukunftswerkstatt, die von 14 der 16 Landkreiskommunen durchgeführt wird, in acht war das schon der Fall. Veranstalter sind der Kreisjugendring und der Verein ErLebenswelt Roth - oder wie im Falle von Greding die Initiative Altmühl-Jura.

Zunächst werden an Jugendliche einer bestimmten Altersspanne Einladungen aus dem Rathaus verschickt. Dann findet ein Treffen statt, das in drei Phasen abläuft: Zunächst sollen die Teilnehmer Kritik üben, anschließend "sollen sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen, das heißt, dass sie auch so richtig spinnen dürfen", sagte Lang. Dabei können auch eher unwahrscheinliche Wünsche formuliert werden wie "eine U-Bahn-Station für Greding zum Beispiel". Gerade dabei täten sich die jungen Leute oft schwer, sagte Lang, "sie sind schon sehr realitätsorientiert". So hätten sich die Teilnehmer in Thalmässing gewünscht, dass die Umkleidekabinen am Bolzplatz wieder genutzt werden können und eine Mountainbikestrecke im Wald stand hoch im Kurs. Ein Jugendhaus und eine Skaterbahn können sich die Jugendlichen in Spalt vorstellen.

Im dritten Schritt soll es an die Umsetzung gehen. Gruppen zu Themen wie Freizeitgestaltung, Partizipation in der eigenen Gemeinde, Verkehrsanbindungen und Mobilität, Inklusion, Beruf und Ausbildung und Lebensraum Schule werden gebildet, dann dürfen die Jugendlichen Wünsche formulieren und mit den Verantwortlichen der Stadt diskutieren. "Hier ist wichtig, dass man nicht gleich mit der ,zu teuer'-Keule kommt", sagte Lang, oder sagen, dass man das schon erfolglos probiert habe. Die Mitglieder des Stadtrats sollen sich auf die Lebenswelt der jungen Leute einzulassen und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Es gehe nicht nur um die Wünsche an sich, "sondern auch um Partizipation an Willensbildungsprozessen". In der Folge sollen einige Ideen umgesetzt werden, was möglichst transparent gestaltet werden sollte.

Preischl sagte, er freue sich darauf, mit der Gredinger Jugend ins Gespräch zu kommen. Es gehe nicht um ein "ob", sondern ein "wann". Lang schlug dem Ausschuss den 19. Januar vor, noch in der Adventszeit könnten die Einladungen verschickt werden. "Das kann funktionieren, Jugendliche brauchen nicht so lange Vorlauf", sagte die Jugendpflegerin, einen weiteren Termin gebe es sonst erst wieder im Mai, da zuvor andere Kommunen zum Zug kommen.

Der Rathauschef wollte sich noch nicht auf ein Datum festlegen. "Mir ist es wichtig, dass das alles sauber und ordentlich abläuft." Susanne Schneider (FDP) gab zu bedenken, dass es im Januar auf den Fasching zugehe, "da sind viele Jugendliche eingebunden". Lang erwiderte, dass sie das Argument nachvollziehen könne, "aber es ist ja immer irgendwas und je mehr man in den Sommer reinkommt, desto mehr verliert man an Fahrt", auch was die Umsetzung der Ideen angehe. "Deshalb ist der Januar-Termin günstig."

Das sah auch Jugendsprecher Thomas Schmidt (CSU) so. "Der Winter ist optimal, um das erste Treffen durchzuziehen." In jeder Fraktion solle es einen Ansprechpartner für die Jugendzukunftswerkstatt geben.

Anschließend wurde noch überlegt, welche Altersbegrenzungen man setzen solle. Lang erklärte, in einer kleineren Stadt sei es gut, sie möglichst weit zu fassen. "Die Jugendlichen ordnen sich in den Gruppen dann selbst." Franz Miehling (FW) regte an, Schulbefreiungen der Gredinger Schüler in Beilngries und Hilpoltstein sicherzustellen. Den Hinweis wolle man aufgreifen, darum werde sich die Verwaltung kümmern, sagte Preischl.