Eichstätt: Ein Fresko wie von den alten Meistern
Über etwa 200 Quadratmeter spannt sich das Gemälde von Alois Wünsche-Mitterecker in der Allersberger Pfarrkirche. - Foto: Diözesanmuseum
Eichstätt

Der Künstler, der das Bild anfertigte, Alois Wünsche-Mitterecker, wurde 1903 in Gleisdorf in der Steiermark geboren und starb 1975 in Eichstätt. Er ist vor allem wegen des Figurenfeldes bei Eichstätt bekannt. Ein nicht nur wegen des riesigen Formats besonders spektakuläres Werk des Künstlers ist in Allersberg zu sehen.

Das Fresko der Kirche Maria Himmelfahrt bedeckt das gesamte Langhausgewölbe über eine Fläche von etwa 200 Quadratmetern. Das Thema des Freskos ist gemäß dem Kirchenpatrozinium die Aufnahme Mariens in den Himmel. Wünsche-Mitterecker komponierte das Bild wie in der Blütezeit der Deckenmalerei im 18. Jahrhundert mit einer konsequenten Zentralperspektive. Als Vermittlung vom irdischen Geschehen in das himmlische dient eine Balustrade, die das gesamte Bild umläuft. Treppen führen zum Hauptgeschehen, auf deren Podest der geöffnete Sarkophag Mariens steht.

In gleißend goldenem Licht wird die Muttergottes emporgehoben und zur Heiligsten Dreifaltigkeit geführt. Dieses Ereignis verfolgen nicht nur die Apostel, sondern auch zahlreiche zeitgenössische Personen wie der Auftraggeber, Pfarrer Fetsch, der ehemalige Eichstätter Bischof Joseph Schröffer, das Eichstätter Domkapitel und örtliche Honoratioren. Ihnen sind aus dem jeweiligen Ort markante Gebäudeansichten zur Seite gestellt. Weitere Figuren sind die Diözesanpatrone und Engel. Der Bereich über der Empore ist traditionell der Musik gewidmet.

Die Allersberger Pfarrkirche, die 1708 bis 1710 unter der Leitung von Giovanni Battista Camessina erbaut wurde, musste nach dem Zweiten Weltkrieg instand gesetzt werden. Auf Empfehlung des Landesamtes für Denkmalpflege wurde Alois Wünsche-Mitterecker für die Deckengemälde im Chor und im Langhaus beauftragt.

Dieser fertigte atemberaubende Perspektiven an und sucht damit Anlehnung an die alten Meister. "Seine besondere Leistung besteht einerseits darin, in einer Zeit, in der die Deckenmalerei nur noch ein Nischenfach gewesen ist, ein derart großes Format zu bewältigen, und andererseits, nicht als historistischer nachahmender Künstler aufzutreten, sondern seinen eigenen, expressiv geprägten Stil zum Tragen zu bringen", sagt Emanuel Braun, der Leiter des Eichstätter Diözesanmuseums. Weitere Informationen sind im Internet unter www.dioezesanmuseum-eichstaett.de zu finden.