Strahlen um die Wette: Das neue Christkind Nicole Stadlbauer (2.v.l.) übernimmt das Amt von ihrer Vorgängerin Heike Lehner (2.v.r).
Strahlen um die Wette: Das neue Christkind Nicole Stadlbauer (2.v.l.) übernimmt das Amt von ihrer Vorgängerin Heike Lehner (2.v.r). Mit ihnen freuen sich Jutta Quiring vom Kulturamt und Bürgermeister Markus Mahl.
Meyer
Hilpoltstein

Mit Nicole Stadlbauer schlüpft eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung in das güldene Kleid des Christkinds. Die junge Frau hat erst im Sommer ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten abgeschlossen und dürfte vielen von ihrer Tätigkeit im Bauamt und im Kulturamt bekannt sein. "Sie ist universell einsetzbar, sogar als Christkind", stellt Markus Mahl fest.

Im Kulturamt war Nicole Stadlbauer schon während der Ausbildung eingesetzt und ihrer Kollegin Jutta Quiring - die für den Weihnachtsmarkt verantwortlich zeichnet - positiv aufgefallen. "Ich habe beobachtet, wie sie am Tresen mit den Leuten umgeht. So freundlich und nett." Schnell reifte in Jutta Quiring die Idee heran, die junge Frau zu fragen, ob sie denn nicht die Nachfolge des Christkinds Heike Lehner antreten wolle. Nicole Stadlbauer überlegte nicht lange und sagte: "Ja."

Beim Vorstellungstermin für die Presse sitzen sie nun einträchtig nebeneinander: das alte und das neue Christkind. Heike Lehner gibt ihrer Nachfolgerin schon ein paar Tipps mit auf den Weg: "Sei einfach du selbst und hab' Spaß daran", sagt die Abiturientin, die Anfang 2018 für einige Monate auf die Fidschi-Inseln reist und im Herbst ein Studium der Sportwissenschaft aufnehmen will.

Bei ihr habe sich in den beiden Jahren, in denen sie in die Rolle des Christkindes geschlüpft war, ein Höhepunkt an den anderen gereiht. "Ich war aber immer sehr aufgeregt", gesteht Heike Lehner. "Vom ersten bis zum letzten Auftritt." Aber das Glitzern und Leuchten in den Augen der Kinder haben sie immer wieder aufs Neue angespornt. "Man wird einfach ruhiger, wenn man sieht, wie die Kinder strahlen." Sehr schön sei auch der Besuch in der Behinderteneinrichtung Auhof gewesen. "Dort haben sie sich sehr gefreut und wollten, dass wir den ganzen Tag dableiben. Das hat mich sehr berührt", berichtet Heike Lehner.

Als überaus stimmungsvoll habe sie auch die Atmosphäre bei der Fackelwanderung für Kinder und Erwachsene empfunden, die am Freyerskeller unterhalb der Burg mit einem Empfang des Christkinds ende. "Wenn die Leute mit ihren leuchtenden Fackeln zu diesem alten Gemäuer kommen, dann ist das sehr schön."

Zum Pflichtprogramm gehören auch ein Besuch im Altenheim zusammen mit dem Nikolaus, ein Auftritt auf dem Kinderweihnachtsmarkt in Schwanstetten mit den beiden Engeln Mila Kötschau und Lucie Löschmann sowie natürlich der Prolog zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Samstag, 2. Dezember, vom Obergeschoss des Rathauses. Sogar an Heiligabend ist das Christkind noch auf Tour, um Kindern eine Freude zu machen. An diesem Tag war Heike Lehner mit dem Christkindtaxi unterwegs, um Wünsche zu erfüllen, die Kinder auf Zettel geschrieben und an den Sternenwunschbaum vor der Residenz gehängt hatten. "Die Kinder strahlen, wenn sie das Christkind sehen", erzählt Heike Lehner, die im vergangenen Jahr einen Puppenwagen, Legosteine, eine Figur der Disneykönigin Elsa und andere Spielsachen überreichen durfte. Ihre zweijährige Amtszeit hat Heike Lehner keine Sekunde bereut: "Ich würde es wieder machen, trotz der ganzen Aufregung."

Die hat Nicole Stadlbauer noch vor sich. "Ich lasse das auf mich zukommen und hoffe, dass ich es hinkriege", sagt sie. In nicht einmal drei Wochen darf sie das erste Mal das goldene Kleid des Christkinds überstreifen und den Weihnachtsmarkt eröffnen. Und sie kann sich jetzt schon sicher sein, dass die Augen der Hilpoltsteiner Kinder leuchten werden.