Allersberg: Jugendkulturfest soll attraktiver werden
Für das Jugendkulturfest wird beim Runden Tisch über den richtigen Ort und die richtige Zielgruppe nachgedacht. ‹ŒArch - foto: Sturm
Allersberg

Ausdrücklich lobte Anne Seemüller das Engagement der Vereine, die viel Arbeit und Zeit in Vorbereitung und Durchführung steckten. Es sei jedoch für diese frustrierend, wenn im Anschluss an das Fest nicht ein einziger Jugendlicher für die Aktivitäten des Vereins gewonnen werden konnte, obwohl während der Veranstaltung deutliches Interesse registriert worden sei, klagte unter anderem die Schützengesellschaft.

Man müsse laut Seemüller über die Ziele dieser Veranstaltung nachdenken, überlegen, welche Gruppen verstärkt angesprochen werden sollen, und welcher Ort für das Fest am besten geeignet sei. Sich gleichzeitig an die Altersgruppe bis zwölf Jahre und andererseits an größere Jugendliche zu wenden, sei nicht einfach. Wenn es nicht gelänge, die Veranstaltung deutlich zu stärken, fürchte sie um die Zukunft des Jugendfestes, so Seemüller.

Das Jugendkulturfest finde seit 2001 jährlich statt und hatte auf dem Skaterplatz hinter dem Feuerwehrhaus seinen Start. Es fand einige Jahre am St.-Céré-Platz statt und wurde in den beiden vergangenen Jahren im Freibad ausgerichtet. Ziel solle es laut Bürgermeister Daniel Horndasch sein, im Rahmen eines Jugendfestes deutlich zu machen, dass in der Marktgemeinde für Kinder und Jugendliche vielfältige Möglichkeiten zur Aktivität und Gestaltung vorhanden seien.

Am der Diskussion beteiligten sich Vertreter der Grundschule Allersberg, des Fischereiverein, des Kolpingverein, die Kleintierzüchter, das Faschingskomitee, TSV 1883, SV Eintracht, DJK Allersberg, Schützengesellschaft Allersberg, Tennisclub, Bund Naturschutz, Feuerwehr Göggelsbuch, Schachclub 2000, Wasserwacht und evangelische Jugend. Auf Einladung des gemeindlichen Jugendbüros war auch Birgit Lang vom Kreisjugendring Roth gekommen.

Ziel und Absicht des Treffens war es, sich über aktuelle Angebote auszutauschen. Anne Seemüller berichtete, dass der Jugendtreff im Keller des Feuerwehrhauses fertig sei, aber noch nicht genutzt werden könne, weil die nötige Zahl an Aufsichtspersonen fehle. Zum regelmäßigen Jugendtreff kämen derzeit bis zu 28 Besucher im Alter von 14 bis 19 Jahren, was den kleinen Raum in der Kirchstraße fast überfordere. Der Teenietreff zähle in diesem Herbst rund 15 Besucher.

Die personelle Situation der gemeindlichen Jugendarbeit sei schwierig, so Horndasch. Er erklärte, es werde angestrebt, eine zusätzliche Stelle mit 20 Stunden zu schaffen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, der Marktgemeinderat werde sich damit befassen. Mit einer Verbesserung der Personalsituation werde es laut Birgit Lang auch leichter, die "Jugendwerkstätte" umzusetzen. Dabei handle es sich nicht um eine Stätte des Handwerks, sondern es gehe um eine Kontaktgelegenheit, Ideensammlung und Koordination von Anliegen und Aufgaben. Dies könne schließlich zur Entwicklung eines Jugendkonzeptes dienen.

Rückblickend wurde festgestellt, dass beim diesjährigen Ferienprogramm vor allem in den ersten Ferienwochen die Veranstaltungen des Jugendbüros in hohem Maße angenommen worden seien. Danach sei das Interesse an den Angeboten jedoch abgeflacht, berichtete Seemüller. Das Engagement der Vereine habe sich als sinnvoll erwiesen, seien doch deren Angebote verstärkter besucht worden, als in den Vorjahren. Andererseits aber sei es nicht einfach, während der Ferienzeit ehrenamtliche Betreuer zu finden.

Seitens der Sportvereine wurde festgestellt, dass aktuell nicht genügend freie Kapazitäten in den Allersberger Sporthallen zu Verfügung stünden. Dies sei dadurch bedingt, dass die Grundschule derzeit keine Halle habe. Diese Situation werde sich im Grundsatz auch in nächster Zukunft nicht wesentlich verbessern, so Horndasch. Sobald die Grundschule eine neue Halle habe, müsse man mit der Sanierung der anderen Sporthallen, vornehmlich an der Mittelschule und bei der DJK, beginnen.

Der Kreisjugendring hatte die Aktion "Draußen bleiben" ins Leben gerufen, mit der Zielsetzung, dass in den Vereinen rassistische und diskriminierende Sprüche nicht mehr vorkommen. Es sei eine gesellschaftspolitische Aufgabe der Vereine, der Verrohung Widerstand zu leisten, erklärte in diesem Zusammenhang Hartmut Täufer vom Schachclub, der im Frühjahr ein entsprechendes Engagement angeregt hatte.

Grundsätzlich unterstütze er dieses Anliegen, so Bernd Schneider von der Wasserwacht. Es dürfe aber nicht der Eindruck entstehen, dass in den Vereinen Rassismus oder Diskriminierung üblich sei. Es sei eine Vorbeugungsaktion, so der ASC-Vorsitzende.

Der aktuelle Runde Tisch wird natürlich fortgesetzt: Das nächste Treffen der Jugendvertreter wird im kommenden Frühjahr stattfinden.