Pfünz: Blick in die Weiten des Weltalls
Der Schernfelder Hobbyastronom Klaus Neudert beim Blick durch ein Teleskop VSD 100 F 3,8. - Foto: zba
Pfünz

Von Donnerstag bis Sonntag hatten sie ihre Fernrohre aufgebaut, um ferne Galaxien, Sternhaufen und interstellare Gasnebel mit eigenen Augen zu beobachten. 600 Kilometer legte ein Hobbyastronom zurück. Er kam aus Brandenburg. Auch Gäste fanden den Weg auf den Osterberg, um unter fachkundigen Anleitung gemeinsam ins Universum zu blicken.

Die Wolken am Himmel waren an den ersten beiden Tagen nicht gerade optimal für die Ausblicke ins All. Dennoch erlebten die Astronomen wie auch die Gäste herrliche Eindrücke.

In der Nacht auf Freitag beobachtete Holger Altmann aus Kösching mit seinem Skywatcher Newton-Teleskop (750 mm Brennweite und Sechs-Zoll- Spiegel) den Ringnebel M (Messier) 57. Das Besondere: er konnte mit einer handelsüblichen Canon-Kamera den Ringnebel inmitten der Sternenschar astrofotografisch festhalten. Und genau das ist nach den Worten des Leiters Ulrich Zehndbauer das Ziel der Astronomiefreunde Ingolstadt: „Wir wollen den beeindruckenden Sternenhimmel beobachten und Astrofotos machen.“

Am Freitagnachmittag dann ein weiteres Erlebnis beim Blick durchs Fernrohr zu den Aktivitäten der Sonne: Die Astronomen sahen eine gewaltige Explosion und heftige Materieströme (Protuberanzen). Klaus Neudert, der in Schernfeld mehrere selbst gebaute Teleskope hat und als Besucher auf dem Osterberg war, über dieses Ereignis: „Ich war sehr fasziniert, weil ein Amateurastronom einen neu herausgekommenen Protuberanzenansatz dabei hatte, mit dem man das Ereignis besonders scharf, groß und detailreich sehen konnte.“

Am dritten Tag des Treffens, am Samstag, hatte sich das Wetter gebessert. Nach einem Regenguss in der Nacht zogen sich die Wolken immer mehr zurück, wieder Zeit, um die Sonne anzuschauen. In einem Fernrohr, natürlich geschützt durch Filter, sah man zahlreiche Sonnenflecken. Einer dieser Flecken wurde während der Beobachtung durch eine Lichtbrücke in zwei Teile gespalten.

Gegen Abend kamen weitere Besucher auf den Osterberg. Sie konnten sich den Andromedanebel, den Ringnebel in der Leyo, Doppelsterne, Sternhaufen, die Mondsichel, den Saturn und als besondere Attraktion den Kometen Jacques ansehen. Klaus Neudert, begeisterter Hobbyastronom, kommt regelmäßig zum BTM. Man kennt sich dort bei der Interessengemeinschaft. Es wird gefachsimpelt. Man holt sich Tipps für den Bau eines Fernrohres oder Anleitung, wie man selbst einen Spiegel schleifen kann. Jeder, ob erfahrener Astronom oder Besucher, schaut gerne durch die Linsen- beziehungsweise Spiegelteleskope in den nächtlichen Sternenhimmel oder in die Sonne.

Seit Jahren haben sich Freundschaften aufgebaut. Das BTM nutzen erfahrene Amateurastronomen und Einsteiger, um Freundschaften zu pflegen oder Kontakte zu knüpfen. Die Teilnehmer fühlen sich auf dem Osterberg zwischen der „herrlichen Natur des Altmühltales“ und dem Firmament recht wohl. Das erste Teleskopmeeting auf dem Osterberg war 1997. Schon damals war Ulrich Zehndbauer der Organisator.