Eichstätt: "Streiterin für das Buch"
 
Eichstätt
Angelika Reich, die mittlerweile bereits wieder in Regensburg wohnt, ihren Aufgaben in Eichstätt allerdings noch nachgeht und sich erst in einigen Wochen in Altersteilzeit verabschiedet, leitete sieben Jahre lang die hiesige Uni-Bibliothek.

Vier Jahre lang stand Reich im Mittelpunkt eines nicht allzu erquicklichen Kapitels: Gegen sie war der Vorwurf erhoben worden, Bücher aus der von der hiesigen Bibliothek übernommenen Kapuzinerbibliothek zum Teil ungesehen vernichtet zu haben. „Die Diskussionen in den Zeitungen haben Sie und haben das Bibliothekswesen an sich tief getroffen“, sagte der stellvertretende Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa.

Anfang 2007 wurden Vorwürfe laut, Reich hätte rund 83 Tonnen Bücher vernichtet. Neben einer internen Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek hatte auch die Ingolstädter Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue eingeleitet. Weder die fachliche noch die strafrechtliche Untersuchung konnte schließlich ein Vergehen feststellen. 2011 wurde die 62-Jährige rechtskräftig freigesprochen. „Heute sind Sie voll rehabilitiert“, betonte Ceynowa.

Die Universitätsbibliothek sei heute ein „äußerst leistungsfähiger Partner im Verbund der bayerischen Bibliotheken“, so Klaus Ceynowa, der in Vertretung von Generaldirektor Rolf Griebel sprach. So hätte die Erschließung der Altbestände Fortschritte gemacht. Zudem verschaffe der neue Magazinbau in Rebdorf Abhilfe für die Raumnot. „Das alles zu halten, wird die Aufgabe der kommenden Jahre sein“, sagte Ceynowa.

Regens Christoph Wölfle würdigte als Hausherr der Handschriftenabteilung am Hofgarten Reichs Verdienste und bezeichnete sie dabei als „Streiterin für das Buch“.

Er zeigte sich erfreut, dass Reich ihre „Kompetenz für den Standort Eichstätt eingebracht“ habe. Als „Frau der Kultur“ habe sie es verstanden, „Werte aufrechtzuerhalten“.

Die stellvertretende Leiterin der Uni-Bibliothek, Maria Löffler, dankte Angelika Reich für ihre Arbeit in „nicht immer einfacher Zeit“. Als Geschenk der Bibliotheks-Mitarbeiter überreichte Löffler eine Brosche, die sich Reich selbst ausgesucht hatte. KU-Präsident Professor Richard Schenk betonte seine Dankbarkeit für „den Schatz der Bibliothek“, der als „Herz einer Universität“ gepflegt werden müsse. Schenk dankte auch Löffler für die Übernahme der kommissarischen Leitung.

Angelika Reich dankte zum Ende ihrer Amtszeit Richard Schenk „für das Wohlwollen, das Sie mir und der Bibliothek entgegenbrachten“.