Eichstätt: 32000 Besucher erlebten die Kulturtage mit
32.000 Besucher erlebten die Eichstätter Kulturtage im vergangenen Jahr mit.
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Eichstätt
Der OB schilderte aus Sicht der Verwaltung, dass der Bezirk zwar 15 000 Euro als Förderung für heuer zur Verfügung stelle, die Stadt aber ihrerseits ebenso 15 000 Euro dazuzahlen und die gesamte Organisation stemmen müsse. Dazu sei die Stadtverwaltung personell nicht in der Lage, „das schaffen wir nicht“. Stattdessen plädierte Neumeyer dafür, für heuer mit 5000 Euro aus dem Stadtsäckel selbst etwas auf die Beine zu stellen und für 2013 im Rahmen der Haushaltsberatungen neu zu entscheiden.

Dieser Vorschlag brachte den Kulturbeauftragten Günther Köppel in Rage: „Das wäre ein fataler Fehler!“ Der Schwung aus den gelungenen Oberbayerischen Kultur- und Jugendkulturtagen 2011, vor allem das Engagement der ehrenamtlichen Kulturschaffenden müsse heuer unbedingt weiter gewürdigt und gefördert werden – freilich in deutlich kleinerem Rahmen.

Köppels Vorschlag: Die 15 000 Euro vom Bezirk mit 15 000 Euro der Stadt plus Sponsorengeldern, dazu das enorme Engagement und „selbstverständlich“ auch die organisatorische Arbeit der Stadtverwaltung müssten ermöglichen, für heuer 2013 zwar deutlich kleinere, aber ebenfalls gute „Eichstätter Kulturtage“ auf die Beine zu stellen. „Es sind doch unsere Eichstätter Kulturschaffenden, die wir damit unterstützten, es geht doch um unsere Leute!“ Als Termin seien die Wochenenden 7./8. und/oder 14./15. Juli ins Auge gefasst, Köppel ist bekanntlich bereits in Gesprächen mit den Kulturschaffenden. „Wenn der Stadtrat positiv entscheidet, können wir im Januar noch ein großes Programm abstecken“, sagte Köppel.

Auch Walter Eisenhart (CSU) sprach von einem „fatalen Signal“, das durch die Ablehnung für heuer gegeben würde. Die Kulturschaffenden würden vor den Kopf gestoßen mit der Botschaft, dass die Stadtverwaltung überlastet sei. Er unterstützte Köppel und betonte, „lasst uns aus dem, was wir haben, das Beste herausholen“.

Auch Tanja Schorer-Dremel (CSU) rang angesichts des Verwaltungsvorschlages um Fassung: „Dieser ,bürokratische Aufwand' überdeckt die ganze Kultur, das kann nicht sein. Ich sage: Wo ein Wille ist, ist ein Weg.“ Sie bot an, der Verwaltung auch persönlich beim Ausfüllen der vom OB stark kritisierten Formulare zu helfen, auch der Kulturausschuss könne da mit anpacken: Am Montag sei die Sitzung wieder ausgefallen, weil es angeblich keine Themen gebe, monierte sie. Christian Alberter (SPD) erklärte dagegen: „Ich halte ein solches Festival heuer nicht für sinnvoll. Gönnen wir uns 2012 eine Pause und bereiten uns für 2013 vor.“ Angesichts der aktuellen Umstrukturierungen im Alten Stadttheater (wo es bekanntlich um Einsparungen geht) könne dem Personal diese Zusatzbelastung nicht aufgebürdet werden.

Die Entscheidung darüber fällt am 26. Januar in der nächsten Stadtratssitzung, der Hauptausschuss empfahl mit acht gegen fünf Stimmen Köppels Vorschlag zu folgen.

In der nächsten Stadtratssitzung wird es erneut auch um den Grünen-Antrag zur Änderung der Satzung der Versorgungs-GmbH Stadtwerke gehen. Manuela Knipp-Lillich hat jedoch nach erneuter ausführlicher Diskussion ihre Forderung, dass künftig der Stadtrat über Stadtwerke-Belange entscheidet, zurückgezogen, weil das dem GmbH-Recht widerspricht. Sie besteht jedoch darauf, dass „Nachhaltigkeit“ als gleichwertiges Ziel zur Wirtschaftlichkeit in die Satzung aufgenommen wird.