SPAIN-ATTACK-BARCELONA
Trauer in Barcelona: Ein Mann legt Blumen ab.
AFP
Eichstätt/Barcelona
„Jeder hat es befürchtet, dass es auch Barcelona einmal treffen wird“, sagte Pfarrer Ottmar Breitenhuber am Freitagnachmittag am Telefon gegenüber unserer Zeitung.

Spätestens seit den Anschlägen in Brüssel habe man die Polizeipräsenz auf den Ramblas massiv verstärkt, an die „schweren gepanzerten Gefährte“ habe man sich aber gewohnt, sagte Breitenhuber. Er selbst wohnt nicht weit weg von der Plaça de Catalunya, keine 200 Meter entfernt, und war gerade dabei, sein Auto zu bepacken, weil er ins etwa 65 Kilometer entfernte Calafell aufbrechen wollte. „Wir haben die Polizei auffahren sehen“, gedacht, es wäre eine Demo. „Als wir dann rausfahren wollten, war auch die Plaça de Catalunya noch geöffnet.“ Und wenige Minuten später meldete dann das Radio bereits, dass es einen schweren Terroranschlag gegeben habe.

Pfarrer Ottmar Breitenhuber in Barcelona in St. Albertus Magnus im Juli 2017.
(Breitenhuber, Ottmar)
Eichstätt/Barcelona

Zusammen mit der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde habe man einen Hilfsverein, bei dem Menschen angestellt seien, die in solchen Krisensituationen angefragt werden könnten, berichtet Breitenhuber. Sie könnten dann durch das Generalkonsulat angefordert werden, um beispielsweise in Krankenhäusern zu übersetzen. „Das ist aber noch nicht angefragt worden.“ Er und sein evangelischer Kollege haben bereits signalisiert, dass sie jederzeit zur Verfügung stehen würden. Der Geistliche erzählt, dass er am Freitagnachmittag mit einem Fremdenführer gesprochen habe: „Las Ramblas“ seien wieder offen, das Leben kehre langsam in die Straßen zurück. Er selbst wollte nach dem Telefongespräch nach Barcelona zurückkehren – auch, um am Samstag an einem Gedenkgottesdienst teilzunehmen, der in der Sankt-Anna-Kirche hinter dem Hard-Rock-Café stattfinden soll.