Böhmfeld: Baugebiete und Supermarkt
Die Geschwindigkeitsmessanlage an der Gaimersheimer Straße in Böhmfeld bestätigt es: Dieser Autofahrer verhält sich korrekt - im Gegensatz zu mehr als der Hälfte der die Ortseingänge passierenden Autofahrer. - Foto: Adamo
Böhmfeld

Kinderkrippe und Grundschule in Böhmfeld mit seinen derzeit 1745 Einwohnern sind gut ausgelastet, führte Ostermeier aus. Von den insgesamt 24 Krippenplätzen in zwei Gruppen sind 19 belegt, fünf sind noch angemeldet. 30 Grundschüler nutzen den Hort mit seinen 50 Plätzen. Der Kindergarten Sankt Marien besteht aus drei Gruppen mit je 25 Kindern, aktuell gehen dort 69 Drei- bis Sechsjährige hin. Im Schuljahr 2017/18 verteilen sich 54 Kinder aus Böhmfeld und 33 aus Hofstetten auf die Klassen eins bis vier. Der Bürgermeister teilte mit, dass die Gemeinde neben der Schulturnhalle mit Allwetterplatz zwei Grundstücke mit insgesamt 2068 Quadratmetern für gemeindliche Zwecke erworben habe.

Die Busroute zu den weiterführenden Eichstätter Schulen über Pfünz sei wiederbelebt worden, berichtete Ostermeier. Immer noch unbefriedigend sei die Busverbindung zum Gymnasium Gaimersheim. Wegen des Ineinandergreifens der Buslinien für Böhmfeld, Hofstetten, Lippertshofen, Eitensheim und Tauberfeld sei eine zufriedenstellende Lösung kompliziert. Bürgermeister, Landkreis und Busunternehmen seien bemüht, vielleicht bis zum kommenden Schuljahr eine Verbesserung hinzubekommen.

Ostermeier hatte auch die aktuellen Zahlen aus dem Gemeindeetat mitgebracht: Demnach betragen die Rücklagen gut zwei Millionen Euro, die Schulden etwas mehr als 500 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt laut Bürgermeister bei 331 Euro je Einwohner. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen ist bei 679 Euro.

"Obwohl die beiden neuen Baugebiete €šReicheläcker €˜ im Osten mit 19 gemeindlichen und vier privaten Bauparzellen und €šIm Lehen €˜ im Westen mit 14 gemeindlichen und 14 privaten Bauplätzen am 30. Juli 2014 gleichzeitig gestartet sind, haben sie sich unterschiedlich entwickelt", sagte Ostermeier. Während sich "Reicheläcker" mitten in der Bebauung befinde, stecke "Im Lehen" noch im Aufstellungsverfahren. Mit dem Bau von Wohnhäusern könne erst 2019 gerechnet werden. Dafür gebe es zwei Gründe: Das Baugebiet "Im Lehen" liege im Wasserschutzgebiet, weswegen Eingriffe in den Untergrund wie beim Kellerausbau sorgfältig zu prüfen seien. Zudem laufe derzeit das Verfahren zur Neufestsetzung eines Wasserschutzgebietes an, sagte Ostermeier weiter. Zwar befinde sich das gesamte Baugebiet im bisherigen Schutzgebiet, künftig treffe das nur noch für die nördlichen Parzellen zu. Die Hauptschwierigkeit, so der Bürgermeister, bereite die Nachbarschaft des künftigen Wohngebietes mit einer landwirtschaftlichen Hofstelle.

Der Landwirt habe in den vergangenen Jahren mehrere Bauanträge zur Weiterentwicklung seines Betriebes gestellt. Die Verwaltung sei bemüht, die Interessen des Landwirts und der künftigen Wohnbevölkerung in Einklang zu bringen. Umfangreiche Lärm- und Geruchsgutachten haben nach den Worten des Gemeindechefs viel Zeit in Anspruch genommen, zur Verlängerung des Lärmschutzwalls geführt und bei einzelnen Bauparzellen zur Festsetzung passiver Lärmschutzmaßnahmen. Dennoch sehe der Landwirt seine Interessen nicht ausreichend berücksichtigt und fordere die Gemeinde auf, ihre Planung ganz aufzugeben. Darüber werde der Gemeinderat demnächst beraten. Was weitere Baugebiete anlangt, machte der Bürgermeister deutlich, dass er nach über 33 Jahren Verantwortung für die Gemeinde diese Aufgabe an die nachfolgende Generation weitergebe.

Ein Bürger beanstandete den Verkehrslärm und die Verschmutzung der Reiglstraße durch oft zu schnell fahrende Lastkraftwagen aus dem Baugebiet "Reicheläcker". In diesem Fall sei eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Baufirma angebracht, sagte Ostermeier.

Zum allgemeinen Wunsch nach besseren Einkaufsmöglichkeiten passte die Frage nach einem Supermarkt in Böhmfeld. Ein Investor habe sich gemeldet, so der Gemeindechef. Zu prüfen seien die Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens, Vor- und Nachteile, Größe, Rentabilität und Sortiment. Außerdem müsse man schauen, ob der Betreiber eine Grundstücksfläche bekomme. "Die Überlegung steht noch am Anfang und ist zudem nicht originäre Aufgabe der Gemeinde." Den Abschluss der Versammlung bildete ein Dankeschön des Bürgermeisters an alle Mitarbeiter in Gemeinde, Verwaltungsgemeinschaft, Pfarrei und Wasserzweckverband sowie an die ehrenamtlich engagierten Personen.