Wolfsbuch: Ein Heidenspaß für alle Altersklassen
Freude an der Bewegung: Die traditionellen Tänze haben sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen Spaß gemacht. - Fotos: Patzelt
Wolfsbuch

Herumgesprochen hatte sich scheinbar auch, dass in Wolfsbuch mit der Kapelle KaiserSchmarrn eine durch Rundfunk und Fernsehen bekannte Gruppe aufspielt.

So hatten sich die vielen schattigen Plätze unter den weit ausladenden Ästen der Bäume des Pfarrgartens schnell gefüllt. Mit den Worten "Es gfreid mi, dass so vui kumma san - zum Tanzen, zum Schaun und a zum Zuahörn" begrüßte das Vorstandsmitglied des Heimat- und Traditionsvereins, Beate Deisenrieder, die Gäste in bairischem Dialekt. Ein besonderer Gruß galt den beiden Vortänzern Anni und Josef Pröll.

Nach einer Gedenkminute für den vor Kurzem gestorbenen Vereinsvorsitzenden und Mitbegründer des Volkstanznachmittags, Max Randlkofer, legten Reinhard, Sepp, Martin, Gitta, Hans, Fonse, Flo, Vreni und Birgit - die Musiker der Gruppe KaiserSchmarrn - gleich richtig los. Sie sind bekannt aus Fernsehauftritten wie den "Wirtshausmusikanten beim Hirzinger" oder bei "Zwischen Spessart und Karwendel".

Diesmal hatten auch die Kinder ihren Spaß - sie durften nämlich mit den Erwachsenen mittanzen. Dazu hatten 15 Mädchen und neun Buben gemeinsam mit Beate Deisenrieder, Kathrin Voreck und Ingrid Pickl sieben Grundtänze eingeübt: Kreuzpolka, Krebspolka, Siebenschritt, Kikeriki-Polka, Kuckuckspolka, Boarischer und Hans bleib do. "Alle Kinder waren beim Proben stets mit riesiger Begeisterung bei der Sache", so Deisenrieder. Und so konnten die Kleinen gleich beim Auftanz ihr Können unter Beweis stellen. Dabei zogen die Paare durch die Mitte der Tanzfläche unter dem Schatten einer mächtigen Weide ein. Am Ende angelangt, schwenkte das führende Paar nach links in den Gegenzug am Rande der Tanzfläche ein und das zweite Paar nach rechts. Beim Wiederbegegnen der beiden Paarreihen gingen diese zu viert auf der Mittellinie vor, wobei sich nebeneinander gehende Tänzer an den Händen fassten. "Das ist gar nicht so einfach, da kommt man schon mal durcheinander", meinte die die achtjährige Christina und reihte sich schnell wieder in die Gruppe ein.

Es folgten der Boarische, der Siebenschritt und die Kreuzpolka. Ursprünglich aus dem Mühlviertel stammte der Salzburger Dreher und natürlich ließ auch "s Deandl mit'm roudn Miada" schön grüßen. Dass der "Italiener" gar nicht aus Italien stammt, sondern seine Ursprünge in Bergen, etwa acht Kilometer südöstlich des Chiemsees hat, wusste natürlich der Großteil der routinierten Volkstänzer.

Zum Repertoire der Gruppe KaiserSchmarrn gehörten auch der Walzer und der Zwiefache. Auf die Tanzfläche wurde ebenso zum Waldjager, zum Schottischen, zur Sternpolka und zum Marschierboarischen gebeten. Vor dem Rehberger Landler nahmen die Paare nebeneinander am Tanzkreis mit Blick in Tanzrichtung Aufstellung und die Tänzerin hängte sich mit dem linken Arm bei ihrem Partner ein. Vor der Pause luden die Musiker noch zur Topporzer Kreuzpolka auf die Tanzfläche ein.

"Es ist wie jedes Jahr wieder super hier in Wolfsbuch", meinte Angelika Hauser. Mit ihrem Ehemann Walter und einigen Münchner Freunden war sie auch heuer wieder aus Althegnenberg bei Fürstenfeldbruck angereist.

"Hans bleib do, du woast ja nit wie's Wetter wird" sangen die Musiker im ersten Lied nach der Pause. Den Hahn konnte man förmlich bei der Kikeriki-Polka krähen und seinen gefiederten Gesellen bei der Kuckuckspolka klopfen hören. Natürlich drehte sich auch "D'sche Marie" auf der Tanzfläche und beim Schwedenwalzer ging ein Gruß aus Bayern in den hohen Norden. Auf die Zigeunerpolka folgten der Mexikanische Walzer, die Krebspolka, 's Luada und der Fuchsschwanz. Der gelungene Volkstanznachmittag klang mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Wahre Freundschaft soll nicht wanken" aus.

Eine kulinarische Besonderheit bildete der Kaiserschmarrn. "Wenn wir schon mal die Musiker der Gruppe KaiserSchmarrn hier in Wolfsbuch haben, ist es doch logisch, dass wir dazu auch das passende Gericht parat haben", meinte Kathrin Voreck und füllte dabei einen weiteren Teller zur Ausgabe.