Buch: Bucher Kinder lassen alten Brauch aufleben
Erst klauben, dann garen, dann verspeisen: Die Bucher Kinder hatten beim Kartoffelfeuer des örtlichen Gartenbauvereins viel Spaß. - Foto: Sturm
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Kartoffelfeuer waren früher gang und gäbe und gehörten einfach zur Erntezeit dazu. Nach der Kartoffelernte wurde mit dem Kartoffellaub Feuer entfacht, in dem dann Kartoffeln gegart wurden. Dieser schöne Brauch ist in den vergangenen Jahrzehnten allerdings etwas in Vergessenheit geraten. Nicht so in der Marktgemeinde Breitenbrunn. Dort lassen die Obst- und Gartenbauvereine diesen Brauch Jahr für Jahr aufleben und bringen ihn vor allem dem Nachwuchs nahe.

Der umtriebige Gartenbauverein in Buch mit seinen Vorsitzenden Daniela Ferstl und Maria Riepl lud die Mädchen und Buben des Dorfes am Freitag zum Kartoffellesen mit anschließendem Entfachen eines Kartoffelfeuers ein. Ausgestattet mit Eimern und Körben machten sich am Nachmittag 18 Mädchen und Buben sowie einige Erwachsene auf zur Kartoffelernte hinaus aufs Feld. Einerseits hieß es, Kartoffeln aufzusammeln, und auf der anderen Seite noch zu graben, um die Erdäpfel ans Tageslicht zu befördern. Emsig waren die Kinder zu Gange, auch als es darum ging, die Knollen zu säubern.

Die Temperaturen waren zwar herbstlich, aber man blieb vor Regen verschont. Deswegen fand das Kartoffelklauben auf dem Bolzplatz neben dem Feuerwehrhaus eine gemütliche Fortsetzung. In einer kleinen, von Steinen begrenzten Kuhle wurde ein Feuer angezündet, dessen Flammen den Bolzplatz in der Abenddämmerung in warmes Licht hüllten. In der Glut wurden die Erdäpfel gegart, bevor sie anschließend als wohlschmeckende Mahlzeit in die Mägen der Kinder wanderten. Frisch geerntete Kartoffeln, in offenem Feuer gebraten, das ist schon etwas Leckeres. Zur Nachspeise gab es Stockbrot, regional auch Knüppelkuchen genannt. Die Mütter hatten extra dafür einen Teig vorbereitet, der um einen Stock gewickelt und von den Mädchen und Buben im Feuer gebacken wurde. Aber auch die Erwachsenen ließen es sich gut gehen. Ein Grill wurde angeworfen, auf dem mitgebrachte Würstel und Fleisch zubereitet wurden. So ein Dorffest wie das in Buch bietet nicht nur ausreichend Gelegenheit zum Essen und Trinken und für anregende Unterhaltungen, es fördert auch die Gemeinschaft und zeigt, wie attraktiv doch das Leben auf dem Land sein kann. Und ganz nebenbei war es ein Naturerlebnis für den Gartlernachwuchs.

Die rund 40 Mitglieder des Gartenbauvereins in Buch kümmern sich nicht nur um das gepflegte Aussehen ihres Dorfes, sie beteiligen sich auch an den unterschiedlichsten Veranstaltungen, sei es mit einer Kaffee- und Kuchenaktion beim alljährlichen Pfingstfest der Feuerwehr oder mit einem schön geschmückten Motivwagen am Erntedankfest in Breitenbrunn. Ein Vereinsziel ist es ferner, die Kinder behutsam an die Natur heranzuführen. Aus diesem Grund wurde heuer unter dem Motto "Wer wird wohl die größte Sonnenblume haben" ein Sonnenblumenwettbewerb gestartet. Nach Monaten fleißigen Gießens, Düngens und Pflegens wurde beim Kartoffelfest der Sieger gekürt. Mit einer Höhe von 3,60 Metern war die Sonnenblume von Elias Freihart nicht zu schlagen. Sein Preis war ein Spielzeug-Gutschein. Einen Trostpreis gab es auch und der ging an Priska Ferstl. Ihre Sonnenblume stellte bei einer Größe von 1,10 Metern das Wachstum ein. Ein Dino-Ei gab es trotzdem als Anerkennung fürs Mitmachen. Für alle Mädchen und Buben, die am Sonnenblumenwettbewerb teilgenommen haben, gab es außerdem als kleines Dankeschön Süßigkeiten.