Beilngries
Abstecher in die Welt der Magie

In Beilngries bleibt zum Verkaufsstart des neuen Harry-Potter-Buches der große Ansturm aus

26.09.2016 | Stand 02.12.2020, 19:16 Uhr

Das Harry-Potter-Fieber hat Beilngries nur am Rande gestreift. Während Gabriele Clausing (l.) für völlig andere Literatur in den Beilngrieser Buchladen kam, freute sich Nicole Adam (r.) auf die Fortsetzung der Abenteuer in Hogwarts. Bei Qendresa Bajraktari vom Buchladen Duft lagen nur wenige Vorbestellungen vor und auch der Andrang von Potterfans nach Öffnung des Ladens am Morgen hielt sich in Grenzen. - Foto: Adam

Beilngries (DK) Harry-Potter-Fans haben diesem Tag entgegengefiebert: Am Samstag begann der Verkauf des achten Bandes, "Harry Potter und das verwunschene Kind". Auch wenn im Beilngrieser Buchladen von Barbara Duft genug Vorrat bereitstand: Die Nachfrage hielt sich in Grenzen.

Harry-Potter-Partys, mitternächtlich geöffnete Buchläden, Fans in Potter-Kostümen oder lange Lesenächte: Die Neuerscheinung des achten Harry-Potter-Bandes in deutscher Sprache wurde vielerorts euphorisch gefeiert. In Beilngries lief der Verkaufsstart eher unspektakulär ab: Zwar gab es ein paar Vorbestellungen, die natürlich zu den normalen Öffnungszeiten abgeholt wurden, sagt Qendresa Bajraktari vom Buchladen Duft, "aber grundsätzlich ist es ein Tag wie jeder andere, ohne große Hysterie". Sie selbst hat nur Band eins der bislang sieben Bände umfassenden Reihe gelesen und outet sich als "eher Harry Potter distanziert". Sie habe damals "Harry Potter und der Stein der Weisen" schon nett gefunden. "Aber es gibt so viele tolle Bücher, da musste ich mich nicht in diese Serie stürzen", erklärt die Buchhändlerin.

Fast genauso ging es Gabriele Clausing aus Beilngries, die am Samstag in den Buchladen kommt. Nicht wegen Harry Potter. Auch sie hat vor Jahren nur Band eins gelesen. "Ach, es gab so viele familiäre Konflikte darin, mit denen ich als Heilpraktikerin im richtigen Leben schon zu tun habe. Da musste ich darüber nicht auch noch in Büchern lesen."

Alle Harry-Potter-Bücher gelesen, "und das sogar mehrmals", hat dagegen Nicole Adam aus Beilngries, obwohl ihr Weg in die Hogwarts-Welt nicht über das erste Buch führte. "Ich habe damals zuerst den Film von Harry Potter im Kino gesehen. Den fand ich so klasse, dass ich auch das Buch lesen wollte. Und dann war ich natürlich neugierig, wie es weiterging, also musste Band zwei her", erklärt sie. Zwischen den Filmen habe sie sogar die Bücher noch ein weiteres Mal gelesen, "es hat immer wieder Spaß gemacht".

Und trotzdem: Auch Nicole Adam ist an diesem Samstag zufällig im Buchladen Duft, "obwohl ich jetzt natürlich schon den neuen Band mitnehme und mich aufs Lesen freue".

Für das eher geringe Interesse in Beilngries hat Qendresa Bajraktari eine einleuchtende Erklärung: "Ich denke, viele leidenschaftliche Fans haben das Buch schon in englischer Sprache gelesen. Die waren doch so neugierig, dass sie nicht von Juli bis jetzt warten wollten."

Dass die ungewöhnliche Schreibart - "Harry Potter und das verwunschene Kind" ist in Dialogform als Bühnenstück verfasst - abschreckt, glaubt Barbara Duft, die alle bisherigen Bände gelesen hat, nicht. "Ich fand schon immer, dass die Dialoge eine besondere Stärke von Rowling sind. Sie stellt ihre Figuren nie schwarz-weiß dar, sondern immer lebhaft, schillernd und lebendig." Mit dem neuen Buch habe sich die Autorin deshalb mit der Dialogform "auf das Beste konzentriert" und dazu geschickt in der Handlung Neues mit Bekanntem aus den Vorgängerbänden verwoben. Spannend findet es Barbara Duft, Harry Potter nun als Vater zu erleben, denn im neuen Buch steht dessen elfjähriger Sohn im Mittelpunkt. "Zwar habe ich bisher nur viel über das Theaterstück gelesen, das ja in London aufgeführt wurde, und noch nicht das Buch selbst, aber es läuft wohl wieder vieles anders, als es der Leser erst einmal erwartet," sagt Duft.

Dass auch die nächste Generation von Harry Potter gefesselt wird, kann Qendresa Bajraktari beobachten. "Es kommen jetzt Kinder, die nicht den neuen Band kaufen, sondern erst von ganz vorne mit der Geschichte beginnen. Harry hat von seiner Faszination auch auf die Kinder von heute nichts verloren", erklärt sie schmunzelnd.