Pfaffenhofen

Sanierung der Ilmtalklinik per Rochade kann starten

Bauwerk überlebt Ausstattung: Hinter der Klinkerfassade der Ilmtalklinik wird sukzessive alles erneuert

19.09.2022 | Stand 20.09.2022, 8:59 Uhr

Eine „Zeitkapsel“ versenkte Landrat Albert Gürtner bei der Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau im Baufeld vor dem Pfaffenhofener Krankenhaus. Im Innern: ein Baufilm, Pläne und eine aktuelle Ausgabe der Heimatzeitung. Foto: Ermert

Die Bagger rollen rund ums Pfaffenhofener Krankenhaus schon länger, das Baufeld ist von gewaltigem Ausmaß. Aber am Montag hat das größte und teuerste Bauprojekt, das der Landkreis je in Angriff genommen hat, erst offiziell begonnen.



Mit dem Versenken einer „Zeitkapsel“ im Baugrund hat Landrat Albert Gürtner (FW) die Generalsanierung der Ilmtalklinik bei der Grundsteinlegung gestartet.

Vor den Augen zahlreicher Lokalpolitiker, Aufsichtsräte, Ärzte und Klinikangestellter sprach der Landrat von einem „Meilenstein, mit dem wir das Krankenhaus zukunftssicher aufstellen“. Die Planung sei bereits im Jahr 2013 gestartet worden – und „nicht immer geradlinig verlaufen“, wie Gürtner einräumte. Nach zahlreichen Unterbrechungen und Verzögerungen liege jetzt aber ein gutes Ergebnis vor. Die Gesundheit könne man als Gut gar nicht hoch genug einschätzen und finanziell auch gar nicht ausreichend unterstützen. Dazu hat der Landkreis jetzt ausreichend Gelegenheit. Denn die Gesamtkosten für die Generalsanierung, die mindestens zehn bis zwölf Jahre dauern soll, wurden zuletzt auf 184 Millionen Euro geschätzt. „Das war allerdings im Sommer 2021“, ergänzte Gürtner. „Man kann also davon ausgehen, dass diese Summe noch ein gutes Stück höher wird.“

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In aller Kürze stellten die Architekten Andreas Eckl und Stephan Schmidbauer das Projekt noch einmal überblicksartig vor. „Wir schaffen hier ein besseres, flexibleres Krankenhaus für die Zukunft“, sagte Eckl. Getreu dem Motto „Das Bauwerk überlebt die Ausstattung“ könne die wertvolle Klinkerfassade erhalten werden, während dahinter so gut wie alles auf den neuesten Stand gebracht werde. „Das Projekt ist sehr komplex, aber interessant und nachhaltig“, fügte er an. Weil der Krankenhausbetrieb während der Sanierung weiterlaufen könne. „Das macht Lärm, und das gibt sicher auch mal etwas Ärger“, räumte der Architekt ein, „aber wird werden das alles so verträglich wie möglich für das Personal und die Patienten hinkriegen.“

Den ersten Bauabschnitt stellte anschließend Schmidbauer vor. Dabei geht es zunächst um den Erweiterungsbau, durch den die geplante „Sanierung per Rochade“ erst möglich wird. Er wird mit einem Tunnel und einer Brücke an den Bestandsbau angebunden, wo die Zentrale Notaufnahme „ganz neu, modern und mit mehr Betten“ aus dem Boden gestampft wird. Auch der neue Wirtschaftshof entsteht im ersten Schritt bis 2024. Und danach werden die weiteren Abschnitte drei bis fünf sukzessive weitergeplant, bis das Krankenhaus hoffentlich so aussieht, dass es für die Zukunft gerüstet ist.

PK

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